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Politik

CDU-Refugees Welcome

Die AfD versucht gezielt, Überläufer aus dem bürgerlichen Lager zu gewinnen. Die Rechtspopulisten bemühen sich um einen seriösen Anstrich – nicht immer gelingt das.

HC PLAMBECK / DER SPIEGEL
von
Melanie Amann
,
Ralf Neukirch
und
Steffen Winter
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Politik

Ende August empfing der Rechtsanwalt und CDU-Politiker Maximilian Krah eine prominente Mandantin in seiner Dresdner Kanzlei: Frauke Petry. Die Bundessprecherin der Alternative für Deutschland suchte Krahs juristischen Rat, sie kam in Begleitung ihres sächsischen Generalsekretärs Uwe Wurlitzer. Doch bald war man bei Themen angelangt, die Krah wirklich umtreiben: die Flüchtlinge, der Islam, die Eurorettung.

In allen Punkten lag Krah mit der CDU-Chefin über Kreuz. Auf Twitter wetterte er gegen den "Refugees-Welcome-Wahnsinn" Merkels und erklärte: "Die CDU geht sehenden Auges ins Off." Im April 2016 postete er den Text eines rechtskonservativen Autors, der Merkel mit Hitler verglich. Die Kanzlerin führe "den letzten Willen des Führers" aus, "das Verschwinden der Deutschen" voranzutreiben. Ein "erwägenswerter" Gedanke, befand der CDU-Mann. Später verschwand der Post.

Petry scherzte, dass es noch richtig eng für die AfD werden könnte, sollte einer wie Krah sich in der CDU durchsetzen. Sie machte dem Rechtsanwalt klar, dass ihm in der AfD alle Türen offen stünden.

Kürzlich trat Krah mit großem Aplomb aus der CDU aus – nun geht er den logischen nächsten Schritt: "Ich werde nächste Woche den Vorsitzenden des AfD-Kreisverbandes Dresden treffen und mit ihm die Modalitäten meines Beitritts besprechen", sagt er. "Wenn ich mich politisch engagieren will, kann ich es nur über Parteien tun, und die AfD ist nun mal die einzige Partei, die nicht Merkels Kurs…

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Nr. 41/2016