Lesezeit 10 Min
Wirtschaft

Beinahe Familie

Zwei Freunde haben in Wuppertal eine 22-Personen-WG gegründet. Die einstige Marmeladenfabrik ist ein Biotop für Lebenskünstler. Und der Beleg dafür, wie erfinderisch Wohnungsnot machen kann.

DAVID KLAMMER / DER SPIEGEL
von
Alexander Kühn
Lesezeit 10 Min
Wirtschaft

Einer von ihnen hat zwischendurch tatsächlich mal das Rausgehen vergessen. In die Außenwelt, jenseits der einstigen Marmeladenfabrik in Wuppertal-Elberfeld, in der er und seine Mitbewohner leben. Warum auch, es gibt hier ja alles.

Billardtisch, Kicker, Beamer, Leinwand. Eine Bühne, auf der ein Schlagzeug und Gitarren aufgebaut sind. Eine Schaukel. Alles in der 150 Quadratmeter großen, acht Meter hohen Halle. Plattenhüllen verblichener Schlagergrößen zieren die Wände, auf einer Zwischendecke steht ein Papp-Trump.

Wer hier wohnt, muss sich nicht verabreden, um Gesellschaft zu haben, irgendwer ist immer da. Bier und Kaffee auch. Was darüber hinaus zum Leben vonnöten ist, erhält man beim direkten Nachbarn Lidl. Wem der Gang dorthin zu aufreibend ist, der findet garantiert jemanden, der ihm etwas mitbringt.

Wohnungsnot in Deutschland

Kaum etwas beschäftigt die Deutschen derzeit so sehr wie die Frage nach bezahlbarem Wohnraum. Der SPIEGEL widmet dem Thema deshalb eine Sommerserie: Wir fragen, wie die Wohnungsnot die Gesellschaft verändert, wie gute Wohnungsbaupolitik aussehen sollte und wer die entscheidenden Akteure sind.

So kam es, dass der scheue Student Simon in einer Phase, in der er angestrengt über sein Leben grübelte, voriges Jahr feststellte, dass…

Jetzt weiterlesen für 0,87 €
Nr. 33/2018