Lesezeit 13 Min
Kultur

"Beethoven ist phänomenal"

Als Schüler spielte er Geige, auch als Minister liebt Wolfgang Schäuble, 74, die Musik – und geht in die Oper, wenn Angela Merkel ihm die Inszenierung empfiehlt.

STEFFEN JÄNICKE / DER SPIEGEL
von
Susanne Beyer
Lesezeit 13 Min
Kultur

SPIEGEL: Herr Finanzminister, wir möchten mit Ihnen darüber sprechen, welche Funktion Theater- und Konzertbesuche in einem politischen Leben haben können. Sie gelten in den Theatern und Konzerthäusern Berlins als regelmäßiger Gast.

Schäuble: Na, regelmäßig – das sagt ja nichts. Ein regelmäßiger Kirchgänger ist auch einer, der an Weihnachten mal auftaucht.

SPIEGEL: Der Intendant der Berliner Philharmonie sagt, unter den Politikern, die häufig in seinem Haus zu sehen sind, seien Sie die Nummer eins.

Schäuble: Ich muss gar nicht unbedingt vor die Tür, um gute Musik zu hören. Hier im Finanzministerium haben wir eine Reihe, "So klingt Europa", und da präsentieren wir jeweils ein Land der Euro-Region, zuletzt die Slowakei. Da kommen gute Leute, die Botschaften strengen sich an. Wir hatten kürzlich die Sängerin Edita Gruberová hier. Da muss auch der Finanzminister kommen.

SPIEGEL: Das klingt jetzt aber nach Pflicht und nicht nach der Lust an Musik, die Ihnen allseits nachgesagt wird.

Schäuble: Die habe ich schon. Im Ministerium ist der Geiger Daniel Hope aufgetreten, aber auch Coco Schumann, der Jazzgitarrist, der im KZ Theresienstadt in der Swing-Band gespielt hat. Coco Schumann und der Trompeter Till Brönner haben sich hier erst kennengelernt. Das Gebäude ist ja in der NS-Zeit entstanden, deswegen machen wir hier unter anderem Musik, die sich mit dieser Zeit auseinandersetzt. Die Akustik ist übrigens erstaunlich gut. Wir hatten schon Chöre auf den Gängen und im Pater-noster.

SPIEGEL: Da ist ja eine Menge los bei Ihnen.

Schäuble:…

Jetzt weiterlesen für 0,91 €
Nr. 1/2017