Lesezeit 10 Min
Wirtschaft

Andere Länder, andere Zinsen

Amerikaner lieben Aktien, Chinesen das Risiko und Deutsche - trotz mickriger Renditen - das Sparbuch. Warum eigentlich? Drei Familien berichten von ihren Erfahrungen. 

DAN CHUNG / DER SPIEGEL
von
Lukas Koschnitzke
,
Alina Schulz
und
Bernhard Zand
Lesezeit 10 Min
Wirtschaft

Familie Thompson, USA

Als Elizabeth Thompson 16 Jahre alt war, rechnete ihr der Vater vor, wie viel Geld sie später haben würde, wenn sie früh in Aktien investiere. Die Tochter folgte dem Rat, steckte ihre Ersparnisse in Aktienfonds und musste mitansehen, wie aus 10 000 Dollar in zwei Jahren 6000 wurden. Ihren Optimismus hat das jedoch nur kurz getrübt. Sie und ihr Mann glauben an die Börse.

"Wir haben fast zu hundert Prozent in Indexfonds investiert", sagt Ehemann Daniel Thompson, der als Statistiker für die Regierung rund 75 000 Dollar im Jahr verdient. "Bisher war das die richtige Entscheidung, wir haben damit viel Geld gemacht." Und solange die Zahlen nicht drastisch fallen, wollen sie ihre Anlagestrategie so lassen.

Die Thompsons, die eigentlich anders heißen, sind wahrlich keine wilden Spekulanten. Mit den Fonds gehen sie ein kalkuliertes Risiko ein. Und sie sparen beharrlich. Jeden Monat wandert ein Sparbetrag von 600 Dollar automatisch steuerfrei in ihr Aktiendepot. Daneben zahlt jeder 450 Dollar monatlich in ein weiteres Depot ein, versteuertes Geld aus dem Nettoeinkommen. Insgesamt wandern jährlich knapp 20 000 Dollar in ihre Fonds. Insgesamt hat die Familie in den vergangenen Jahren so rund 90 000 Dollar angespart.

bildschirmfoto_2015-05-27_um_12.20.37.png

Haben und mieten

Sie sind damit ungewöhnlich vermögend für die USA. Laut…

Jetzt weiterlesen für 0,88 €
Nr. 20/2015