Lesezeit 17 Min
Wirtschaft

Transformation erklären

Für eine Neubestimmung der Unternehmenskommunikation in der digitalen Transformation – ein Gespräch mit Egbert Deekeling und Dirk Barghop

changeX
von
Winfried Kretschmer
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Wirtschaft

Wir produzieren tolle Produkte, die wir an unsere Kunden weitergeben – diese alte produktionszentrierte Denkweise funktioniert nicht mehr. In der digitalen Transformation rückt der Kunde ins Zentrum. Und die Unternehmen werden kundennäher und zugleich dezentraler. Die Folge: Auch die klassische Unternehmenskommunikation greift nicht mehr. In einer veränderten Unternehmenswirklichkeit mit flachen Hierarchien und veränderten Formen der Zusammenarbeit laufen die gelernten Top-down- Prozesse ins Leere. Durchsteuern ist vorbei. Kommunikation ist überall. Und geschieht Peer-to-Peer. Zwei Kommunikationsexperten suchen nun nach einem neuen Rollenverständnis für die Unternehmenskommunikation – ihre Aufgabe: für alle Beteiligten nachvollziehbar die Transformation erklären. Und mit neuen Formaten den kulturellen Wandel vorantreiben.

Egbert Deekeling und Dr. Dirk Barghop, beide Senior Partner bei Deekeling Arndt Advisors, sind Experten für Transformations- und Change-Prozesse. Sie sind Herausgeber des Buches Kommunikation in der digitalen Transformation, das im Sommer 2017 im Verlag Springer Gabler erschienen ist.

Herr Deekeling, Herr Barghop, wollen wir mit der Masterfrage beginnen: Was muss man wissen, um die digitale Transformation zu verstehen? 

Egbert Deekeling: Darf ich vorher fragen: Warum ist das für Sie die Masterfrage? Weil Sie erkannt haben, dass keiner so genau weiß, was mit digitaler Transformation gemeint ist?

Richtig. Spannend ist, dass auf diese an sich einfache Frage total unterschiedliche Antworten kommen. Wie lautet die Ihre? 

Egbert Deekeling: Die digitale Transformation hat unterschiedliche Facetten: Da sind zunächst einmal das Thema Industrie 4.0 und die Automatisierung und Roboterisierung, die damit verbunden sind. Dann das Thema Daten: In digitalen Kundendaten liegt der eigentliche disruptive Kern der digitalen Transformation. Und das Dritte ist die Plattformökonomie. Aber es kommt noch etwas Viertes hinzu: ein Mentalitätsthema, mit dem wir in der Beratung viel zu tun haben. Wir treffen in der Industrie auf Denk- und Mentalitätsmuster, die total produktionsbestimmt sind. Im Grunde wird die gesamte unternehmerische Existenz von der Produktionsseite aus gedacht. Da geht es um Produkte, um Produktionsketten, um…

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03.11.2017