Lesezeit 15 Min
Wirtschaft

Mut zur Ermutigung

Führung muss Menschen ermöglichen, zu wachsen - ein Gespräch mit Winfried Berner

von
Winfried Kretschmer
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Wirtschaft

Führung ist oft organisierte Entmutigung. Da ist nicht nur der verbreitete Führungsstil des permanenten Meckerns, Nörgelns und Kritisierens. Auch in Zielvereinbarungs- und Entlohnungssysteme ist die implizite Botschaft eingebaut: Du bist nicht gut genug. Doch eine andere Führungspraxis ist möglich: ermutigende Führung. Führung, die Menschen nicht klein macht, sondern ihr persönliches Wachstum fördert. Ein Berater und Buchautor sagt: Auch miese Chefs können zu einem anderen Führungsstil finden.

"Die Qualität einer Führungskraft bemisst sich danach, ob Menschen in der Zusammenarbeit kleiner oder größer werden." Etwa in der Mitte unseres Gesprächs zitiert Winfried Berner den Jesuitenpater und Managementberater Rupert Lay. Das ist der Punkt: Ermutigende Führung will Menschen persönliches Wachstum ermöglichen.

Winfried Berner

ist Diplom-Psychologe, Managementberater und Coach mit den Schwerpunkten Change Management, Kulturveränderung und Post-Merger-Integration mit eigener Firma "Die Umsetzungsberatung" in Mitterfels/Bayern. Zusammen mit Regula Hagenhoff, Thomas Vetter und Meik Führing hat er das Buch Ermutigende Führung verfasst, das bei Schäffer-Poeschel erschienen ist.

Herr Berner, Führungskonzepte gibt es zuhauf: positive, mixed, tribal, shared oder servant Leadership - respektive radikal, emotional, liebevoll, traditionell, modern oder mit neuer Autorität führen. Wozu noch ein Ansatz?

Es ist gar kein neuer Ansatz, sondern ein sehr traditionsreiches Konzept, das sich in Erziehung, Partnerschaft und Zusammenarbeit sehr bewährt hat. Nur auf den Bereich der Führung ist es seltsamerweise nie übertragen worden.

Sie sprechen von Ermutigung.

Genau.

Wie sind Sie darauf gekommen, diesen Brückenschlag von…

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03.03.2016