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Gesellschaft

Männerwirtschaft

"Machonomics" - das neue Buch von Katrine Marçal

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Wer stellte Adam Smith sein Abendbrot auf den Tisch? Der Metzger, Brauer und Bäcker, die dem Gründungsvater der ökonomischen Lehre zur Veranschaulichung dienten, was die Wirtschaft antreibt, der pure Eigennutz nämlich, waren es nicht. Es war seine Mutter. Deren Beitrag aber kommt in Smiths Lehre nicht vor. Wie alle Arbeit, die der Verbundenheit, Zugehörigkeit, Liebe wegen getan wird. Ein Buch beleuchtet die vergessene Seite von Ökonomie und Gesellschaft. Fulminant.

Die Grundfrage der Ökonomie könnte man so stellen: "Wie kommt das Abendbrot auf den Tisch?" Für Adam Smith, den Vater der klassischen Nationalökonomie, war die Antwort einfach. Der Metzger schlachtet, der Bäcker backt, der Brauer braut, jeder, um seine Kunden zufriedenzustellen und Geld zu verdienen. Wenn Brot, Bier und Wurst gut munden, werden sie auch in Zukunft gekauft. Also liegt es im Interesse der Bäcker, Brauer und Metzger, dem Kunden das Abendbrot zu produzieren. Genauer gesagt, in ihrem Eigeninteresse. Nur dieses treibt sie an. Warum sonst sollten sie sich an die Arbeit machen? Klingt einfach. Wäre da nicht Adam Smiths Mutter.

Denn wer stellt Brot, Bier und Wurst auf den Tisch? Wer hat die Mahlzeit eingekauft, zubereitet, aufgetischt, den Dreck weggeräumt? Adam Smith nicht. Das ist dokumentiert. Es war seine Mutter. Doch für Smiths Antwort auf die Frage, wie das Abendbrot auf den Tisch komme, spielt die Mutter keine Rolle. Er blendet sie aus. Ihr Tun scheint für die Ökonomie…

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11.02.2016