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Politik

Zurück im Spiel

Sie musizierte und studierte und vergaß, ihre Aufenthaltserlaubnis zu verlängern. Deshalb wollte die Ausländerbehörde die junge Pianistin Anastassiya Dranchuk, die seit 17 Jahren in Berlin lebt, abschieben. Jetzt ist Rettung in Sicht. Eine Geschichte über den Leichtsinn der Jugend und die Härte der Behörden

[CC0 1.0], via Wikimedia Commons
von
Julia Haak
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Politik

Berlin. Kerzen gibt es nicht. Auf dem Tisch stehen aber ein paar farbenfrohe Törtchen. Eine durchaus angemessene Speise an diesem feuchtkalten Nachmittag Mitte Januar. Anastassiya Dranchuk hat Geburtstag. 29 Jahre wird sie alt. Abgesehen davon gibt es noch etwas zu feiern. Ganz plötzlich hat sich die bizarre Auseinandersetzung zwischen der international erfolgreichen Pianistin und der Berliner Ausländerbehörde entspannt. "Es sieht gut aus", sagt Anastassiya Dranchuk und lächelt. Das war vor drei Wochen noch anders.

Dafür, dass dieser Fall zu einem guten Ende kommen wird, muss allerdings der Innensenator persönlich eingreifen. Ein ganzes Jahr lang hat Anastassiya Dranchuk mit der Berliner Ausländerbehörde gerungen. Es war eine Auseinandersetzung, die bizarr zu nennen eine Untertreibung wäre. Die Situation war vollkommen verfahren. Anastassiya Dranchuk hätte das Land auf Beschluss der Ausländerbehörde Ende des Monats verlassen müssen. Anderenfalls drohte ihr die Abschiebung. Jetzt kommt plötzlich Rettung von höchster Stelle.

Die Berliner Zeitung hat über diesen Streit Ende Dezember berichtet und mit dem Text eine Menge Wirbel ausgelöst. Kurz vor Weihnachten hatte Anastassiya Dranchuk von der Berliner Ausländerbehörde eine Aufforderung zur Ausreise nach Kasachstan Ende Januar erhalten. Ihre Anträge auf Verlängerung ihrer Aufenthaltserlaubnis wurden mit dem Schreiben abgelehnt und stattdessen ihre Abschiebung und eine Einreisesperre…

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23.01.2018