Lesezeit 7 Min
Gesellschaft

Wutbürger aus Wittenberg

Luther-Jubiläum - Die Feierlichkeiten zum 500. Jubiläum der Reformation nächstes Jahr beginnen in diesen Tagen. Wer war Martin Luther? Was trieb ihn an? War er wirklich ein Rebell? Ein besonderer Blick auf einen besonderen Mann.

Bundesarchiv, Bild 183-K0622-0001-001 / Katscherowski (verehel. Stark), / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons
von
Arno Widmann
Lesezeit 7 Min
Gesellschaft

Am Montag wird das Reformationsjubiläum in Berlin eröffnet werden. Das ist eine von Hunderten Veranstaltungen, mit denen an den Beginn der Reformation am 31. Oktober 1517 erinnert werden soll. Es ist das Datum des berühmten Anschlags der 95 Thesen Martin Luthers (1483 bis 1546) an die Schlosskirche zu Wittenberg.

In der Einladung zur Auftaktveranstaltung heißt es: "Bund, Länder, Kommunen, die evangelischen Kirchen in Deutschland und die Zivilgesellschaft begehen das Reformationsjubiläum gemeinsam und eröffnen es feierlich am 31. Oktober 2016 in Berlin." Ein Gutteil der Reformationsgeschichte steckt schon in diesem Satz. Die Reformation ist kein innerkirchliches, nicht einmal ein nur-religiöses Ereignis. Sie ist ein Staatsakt, bei dem der Bundespräsident, einst ein protestantischer Pfarrer, die Festrede hält. Im Jahre 2000 hatte es keine vergleichbare Veranstaltung zur Feier der Geburt Christi gegeben. Die Verbindung von Landesherrn und protestantischer Kirche ist besonders eng.

Halt! Halt! Zurück!

Ohne die frühe, sein Leben rettende Unterstützung durch sich auf seine Seite schlagende Fürsten, wäre Luthers Reformation und ganz sicher er selbst bald erstickt worden. Die in Luthers Tradition stehenden protestantischen Kirchen haben wie ihr Ahnherr darum immer wieder sehr treu an der Verbindung von Thron und Altar festgehalten. Der oberste Priester war in den meisten protestantischen Staaten praktischerweise Jahrhunderte lang…

Jetzt weiterlesen für 0,43 €
29.10.2016