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Kultur

Wir strampeln unser ganzes Leben

Der Regisseur Wolfgang Becker über seinen Film „Ich und Kaminski“, über Ehrgeiz und Selbstbilder

von Siebbi [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons
von
Anke Westphal
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Kultur

Ein Nachmittag bei X Filme in der Kurfürstenstraße. Der Haushund Paul trottet friedlich durch die Räume – jeweils der Person hinterher, die etwas zu essen mit sich führt. Wir sind mit Wolfgang Becker verabredet, dem Regisseur des Kinoerfolgs "Good Bye, Lenin!". Nun hat Becker den Roman "Ich und Kaminski" von Daniel Kehlmann verfilmt: als Tragikomödie um einen eitlen Journalisten, der mit einer Biografie über den greisen Künstler Kaminski berühmt werden will und mit ihm auf Reisen geht.

Herr Becker, seit "Good Bye, Lenin!" sind zwölf Jahre vergangen. Warum hat es so lange gedauert bis zu einer neuen Kinoarbeit?

Ich bin nicht der Schnellste. Und ich habe auch nicht den Ehrgeiz, den Rekord von Fassbinder zu brechen. Ich muss nicht unglaublich viele Filme machen – ich bin froh, wenn ich ein paar drehe, zu denen ich stehen kann und die die Zeit ein wenig überdauern. Dass ich so langsam und gründlich arbeite, ist teilweise auch ein Problem für die Produktion, aber mittlerweile wissen es auch alle. Es dauert, bis ich mich für einen Stoff entschieden habe. Denn ich brauche einen langen Atem, um da durchzukommen bis zum fertigen Film. Und bei vielen Stoffen habe ich so meine Zweifel, ob ich wirklich ein paar Jahre meines Lebens damit verbringen will.

Mit dem Roman "Ich und Kaminski" von Daniel Kehlmann hatten Sie einen neuen Stoff gefunden. Aber was haben Sie zwischen 2003 und – sagen wir – 2010 getrieben?

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17.09.2015