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Politik

„Wir müssen diese Katastrophe in Ordnung bringen“

Der BER-Aufsichtsratschef Michael Müller über sein Flughafen-Sonderreferat, die Kosten des Fertigbaus und die Nachnutzung von Tegel

BERLINER ZEITUNG / MARKUS WÄCHTER
von
Frederik Bombosch
und
Regine Zylka
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Politik

Um den Posten hatte es eine Hängepartie gegeben, am Freitag nun wurde Michael Müller zum Vorsitzenden des BER-Aufsichtsrats gewählt. In seinem ersten Interview in dieser Rolle verdeutlicht der SPD-Senatschef, dass er vieles anders machen will als sein Vorgänger Klaus Wowereit.

Herr Müller, die Vereinigung deutscher Aufsichtsräte hatte Ihnen die Qualifikation für den Job abgesprochen. Ihnen fehlten grundlegende Kenntnisse etwa im Rechnungswesen. Was erwidern Sie?

Meinen Sie den neu gegründeten Lobby-Verband, der Aufsichtsräte als eigenständigen Beruf etablieren will? Und der die Aufsichtsräte von der Commerzbank oder von Karstadt vertritt, also von Unternehmen, die auch nicht gerade für eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung stehen? Wenn Sie diese Vereinigung meinen: Das hat mich nicht sonderlich beeindruckt.

Kenntnisse im Rechnungswesen haben Sie?

Auch das. Aber das alleine ist nicht die Frage, mit der sich ein Aufsichtsrat befassen muss. Natürlich ist Fachkompetenz in möglichst vielen Bereichen gut. Bei einem öffentlichen Bau ist es aber auch wichtig, dass die öffentliche Hand Verantwortung übernimmt und das Projekt eng begleitet. Und deutlich macht, was die Gesellschafter wollen. So sehe ich meine Aufgabe.

Sie wollten zunächst den Bau-Staatssekretär Lütke Daldrup als Aufsichtsratschef. Haben Sie auch mal drüber nachgedacht, einen externen Fachmann zu…

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04.07.2015