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Politik

„Wir brauchen ein gemeinsames Projekt“

Linke-Chef Klaus Lederer über die Perspektiven von Rot-Rot-Grün und die Herausforderung durch die AfD

BERLINER ZEITUNG / MARKUS WÄCHTER
von
Frederik Bombosch
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Politik

Laut aktuellen Umfragen ist die rot-schwarze Koalition ausgezählt: Sie hätte keine Mehrheit mehr. Für die Linke steigen damit die Chancen auf eine Regierungsbeteiligung nach der Wahl im September. Doch sicher ist das nicht: Die AfD hat bei Landtagswahlen gezeigt, dass sie auch der Linken Wähler abjagt. In jedem Fall, betont Spitzenkandidat Klaus Lederer im Interview mit der Berliner Zeitung, müsse eine rot-rot-grüne Koalition mehr sein als eine Abwehrmaßnahme gegen die Rechtspopulisten.

Herr Lederer, wird Sahra Wagenknecht Sie im Wahlkampf unterstützen?

Die Bundespartei hat uns natürlich Hilfe angeboten.

Wagenknecht hat der Linken nach dem Debakel in Sachsen-Anhalt davon abgeraten, Regierungsbeteiligungen anzustreben. Sie wollen Rot-Rot-Grün. Überdenken Sie das jetzt?

Entscheidend ist, dass wir unsere Inhalte in den Vordergrund stellen und deutlich machen, dass die Linke für den sozialen Zusammenhalt in der Stadt einsteht. Ob das ein Oppositions- oder ein Regierungswahlkampf ist, ist zweitrangig. Die Linke kämpft um ein gutes Ergebnis. Je besser das wird, umso mehr können wir von unseren Forderungen umsetzen.

Kritik am Establishment kommt derzeit hauptsächlich von AfD und Pegida. Warum überlassen Sie den Rechten dieses Feld?

Die Linke hat in Berlin zehn Jahre lang regiert, sie ist hier keine Protestpartei mehr. Auch wollen wir keine…

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27.04.2016