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Gesellschaft

Von Jesus, dem Syrer, und vom Regiment der Welt

Auf welchen Jesus wurde gewartet? Auf welchen nicht? Ein paar Überlegungen anlässlich des Weihnachtsfestes

Renata Sedmakova / Shutterstock.com
von
Arno Widmann
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Gesellschaft

Wer in der Weihnachtszeit alten Bräuchen folgt, der wird womöglich die Bibel aufschlagen, darin im zweiten Kapitel des Lukas-Evangeliums die Weihnachtsgeschichte finden und mit der Lektüre beginnen: "Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war."

Der frischgeborene Jesus war Syrer! Der Bibelleser ist verblüfft, und noch verblüffter ist er über die tausend Assoziationen, die diese Feststellung aufsprießen lässt. Er denkt sofort an das "keinen Raum in der Herberge" und daran, dass, was wir dem geringsten unserer Brüder geben, so ist, als gäben es wir Jesus, der ja Gott ist, selbst. Das sind die heutigen Assoziationen, wenn einem klar wird: Jesus war Syrer. Wer sich für die Verwicklungen interessiert, in die man gerät, wenn man die zitierten Sätze des Lukas für historische Tatsachen hält, wenn man sie gar mit denen des Evangelisten Matthäus zur Geburt Christi vergleicht, der lese - gewissermaßen zur ersten Einübung - den Wikipedia-Eintrag über Publius Sulpicius Quirinius (* um 45 v. Chr.; + 21 n. Chr.).

Ich möchte jetzt nur daran erinnern,…

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24.12.2015