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Unterwegs auf der grünen Welle

Wenn im Frühling die Vegetation erwacht, ist das ein Startsignal für Zugvögel. Das Timing ist perfekt. Forscher verstehen es inzwischen immer besser

Jorg Hackemann / shutterstock.com
von
Kerstin Viering
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Die Reisesaison ist wieder in vollem Gange. Millionen von Zugvögeln machen sich in diesen Wochen auf den Weg von ihren Winterquartieren in die Brutgebiete. Es ist ein logistisch anspruchsvolles Unterfangen. Schließlich gilt es, genau zur richtigen Zeit das Ziel zu erreichen. Früh genug, um sich einen guten Partner und Nistplatz sichern zu können. Aber auch nicht so früh, dass man noch mit Eis, Schnee und winterlichem Nahrungsmangel zu kämpfen hat.

Die Rückreise einfach jedes Jahr am gleichen Tag und in der gleichen Geschwindigkeit anzutreten, ist da keine Lösung. Dazu sind die Wetterverhältnisse einfach zu unberechenbar: Tage, an denen im einen Jahr noch klirrender Frost herrscht, können im nächsten schon frühlingshaft mild sein. Woher also wissen die Vögel, wann sie in ihrem oft Tausende von Kilometern entfernten Winterquartier aufbrechen und wie lange sie unterwegs Pause machen müssen?

"Das ist eine spannende Frage, die bisher noch nicht in allen Details geklärt ist", sagt Martin Wikelski, der am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell und an der Universität Konstanz die Geheimnisse des Vogelzugs untersucht. Offenbar gibt es eine ganze Reihe von inneren und äußeren Faktoren, die das Timing beeinflussen. Und erst allmählich gelingt es Biologen, die einzelnen Puzzleteile zusammenzusetzen.

Ein innerer Zeitmesser

"Wir wissen zum Beispiel, dass in diesen Tieren eine Art innere Jahresuhr tickt", erläutert der Forscher. So…

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14.03.2017