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Übergewicht ist wie eine Epidemie

Grund dafür ist das Überangebot an Nahrung. Forscher fordern bessere Prävention und politisches Handeln

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von
Sabine Sütterlin
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Sogar Kleinkinder können an Alterszucker erkranken. Das zeigt der Fall eines US-amerikanischen Mädchens. Weil die Kleine mit dreieinhalb Jahren 35 Kilogramm wog und ständig durstig war, brachten die Eltern sie zum Gesundheitszentrum der University of Texas in Houston. Das Untersuchungsergebnis schockierte selbst den behandelnden Arzt Michael Yafi: Diabetes Typ 2. Das Mädchen dürfte den zweifelhaften Rekord als jüngste Patientin mit dieser Erkrankung halten. Typ-2-Diabetes wird auch Altersdiabetes genannt, weil er eigentlich erst viel später im Leben auftritt. Heutzutage wird er jedoch immer häufiger auch bei jüngeren Menschen diagnostiziert.

Der Zusammenhang ist klar: Übergewicht und Bewegungsmangel bewirken, dass die Zellen des Körpers zunehmend schwächer auf das Bauchspeicheldrüsenhormon Insulin ansprechen, das normalerweise den aufgenommenen Zucker aus dem Blutstrom schleust.

Übergewicht und Adipositas, wie krankhaft gesteigertes Übergewicht im Fachjargon heißt, breiten sich rapide aus. Nicht nur in den früh industrialisierten Staaten, auch in Schwellen- und Entwicklungsländern steigt die Zahl der Betroffenen an. In Deutschland hat bereits jeder sechste Erwachsene Adipositas.

Von einer Adipositas-Epidemie und einem Diabetes-Tsunami ist die Rede. Weltweit fordern Mediziner, Epidemiologen und andere Wissenschaftler staatliche Maßnahmen gegen ungesunde Ernährung und Übergewicht. Auch die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) appelliert: "Die…

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01.12.2015