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Kultur

Trügerische Sicherheit in der Schmeichelzone des Reichtums

Salman Rushdie über Fakten und Fiktionen in seinem Buch, „Golden House“, über indische Mafiosi und die Unmöglichkeit, einen Roman über Quantenphysik zu schreiben. Am Ende wird er sich eine Antwort geben auf die selbst gestellte Frage, warum so viele afroamerikanische US-Bürger seine Bücher verschlingen.

By PEN American Center [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons
von
Arno Widmann
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Kultur

Das Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg. Auf dem Weg zu Salman Rushdie durchqueren wir die berühmte "Wohnhalle". Meine Begleitung lächelt und erzählt: "Als ich das letzte Mal mit Rushdie hier war, saßen wir dort drüben am Fenster. Plötzlich kam eine Frau zu uns und sagte zu Rushdie: ,Sie sind Salman Rushdie! Ich liebe Ihre Bücher. Ich heiße Tatjana.' Rushdie sah mich überrascht an. Mir kam sie bekannt vor, ich googelte und es war das einstige Supermodel Tatjana Patitz. Als sie wieder zurück kam, bat Rushdie sie zu uns an den Tisch."

Ich habe Ihnen zwei Geschenke mitgebracht. Ihre Reaktion darauf ist Teil des Interviews.

Dann muss ich sie jetzt öffnen? In einer bestimmten Reihenfolge?

Nein, nein. Ich habe keinen Plot.

"Die Wirklichkeit, die nicht so ist, wie sie scheint: Eine Reise in die Welt der Quantengravitation" von Carlo Rovelli. Vielen Dank. Ich bin daran sehr interessiert. Das andere, was ist das?

Thomas Demand ist ein deutscher Künstler, der in Los Angeles lebt.

Ein Maler? Ein Installationskünstler, ein Bildhauer?

Wenn Sie in eine Ausstellung seiner Arbeiten gehen, sehen Sie nur Fotos. Zum Beispiel diese Aufnahme eines Büros.

Merkwürdig.

Es ist nicht das Foto eines Büros. Es ist das Foto eines täuschend ähnlich gemachten Papiermodells eines Büros. So arbeitet er: Er bastelt aus Papier eine Kopie der…

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20.10.2017