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Summ, summ, stumm

Viele Bienen haben den Winter nicht überlebt. Das ist schlimm, weil Bienen Nutztiere sind und gebraucht werden. Sie sichern mit dem Bestäuben von Pflanzen unsere Zukunft. Wie kann man sie retten?

BERLINER ZEITUNG/GERD ENGELSMANN
von
Jens Blankennagel
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WUSTERMARK. Wer das Wunder des Frühlings erleben will, der muss sich an eines der vielen Felder in Brandenburg stellen. Bei Wustermark im Havelland bedeckt das satte Grün der Rapspflanzen einen weiten Hügel, überall leuchten unzählige gelbe Blüten. Am Himmel ziehen ein paar weiße Wolken.

Die Luft ist rein, und am Feldrand vibriert sie geradezu vom Gebrumm der Bienen, die soeben aus sechs Bienenkisten freigelassen wurden. Es sind Tausende Bienen, kleine, gelb-schwarz gestreifte Flieger, die durch die Luft schwirren, die nach Nektar suchen und unaufhörlich summen. Ihre Geräusche übertönen sogar den Gesang der Nachtigall im nahen Wald.

Die Bienen gehören Lothar Lucke, 65, aus Werder. Im Hauptberuf betreibt er eine Versicherungsagentur, in seiner Freizeit ist er Herr über 1,5 Millionen Bienen.

So viele Tiere sind es jedenfalls, wenn seine 25 Bienenvölker im Sommer auf volle Stärke anwachsen. Doch davon sind sie weit entfernt, denn das Idyll am Rapsfeld trügt. Der Grund ist das Wetter: Der Frühling ist dieses Jahr gar kein richtiger Frühling, sondern selbst Anfang Mai noch ein halber Winter.

Honig, die Speise der Götter

Am frühen Morgen waren es wieder null Grad - viel zu kalt für Bienen, die bei solchen Temperaturen gar nicht erst losfliegen, um Nektar zu sammeln. Da aber 13 Grad versprochen sind für diesen Tag, hat Lucke ein paar Völker an das Feld gefahren. "Ich bringe meine Bienen seit 20 Jahren hierher…

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06.05.2017