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Politik

St. Pauli gegen Trump

Am Freitag beginnt der G20-Gipfel, besser: Er bricht über Hamburg herein. Kaum ein Hanseat will ihn, viele hauen ein paar Tage ab, weil sie Krawalle fürchten, Schulen geben frei, Läden schließen. Muss das sein?

Michael Fertig / pixabay.com
von
Bernhard Honnigfort
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HAMBURG. Kein Mexikaner, das fängt ja gut an. "Nee, nichts mehr da", sagt der Wirt von der Tortuga Bar. Er sieht aus wie Frank Zappa einmal aussah. "Alles weg." Später Abend, es gießt in Strömen, wenig los in der Kneipe.

Also alle wieder raus. Heike hat noch Mexikaner dabei, eine Plastikflasche voll, selber gemixt. Sie schenkt aus. Höllisch scharf, ihr Zeug. Neun Köpfe kippen in den Nacken, weg damit. Ein Mix aus Tomatensaft, Tabasco, weiß der Kuckuck, grobem Pfeffer und Obstler. Oder Korn. Oder Wodka. Was man so trinkt auf St. Pauli, wenn man Donald Trump nicht ausstehen kann.

Heike ist aus Hamburg, St. Pauli. Klein und lustig, sie lacht viel, während sie ihre höchst alternative Stadtteilführung macht, die "Mexikaner-Tour gegen Donald Trump", wie das auf St. Pauli heißt. Einmal durch den Stadtteil, seine Geschichte, seine Anekdoten, das Irrenhaus, die Hafenarbeiter, Stopp vor alten Gemäuern, Stopp vor der weltberühmten Davidwache, dann die Hafenstraße, dann das Kasino, das ehemalige Chinesenviertel und die neuen Häuser, die sich zwischen die alten quetschen. Sie erzählt: Verdrängung, Umsiedlung, Austausch, plötzlich Ferienwohnungen, wo nie welche waren, neudeutsch heißt das alles Gentrifizierung. Dann die Hopfenstraße. Heike vergnügt: "Hier wohnt noch die Drag Queen Olivia Jones."

"Welcome to hell"

Zwischendrin macht die Gruppe Stopps in Kneipen, die Trump auch nicht leiden können, Mexikaner werden getrunken in…

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04.07.2017