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Technik

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Mehr als 50 Berliner Start-ups entwickeln künstliche Intelligenz. Das ist nützlich. Und riskant – wenn der Mensch sich selbst überholt

BERLINER ZEITUNG / PAULUS PONIZAK
von
Jochen Knoblach
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Technik

BERLIN. Der Weg zum Labor führt durch ein schmales, dunkles Treppenhaus mit geschmiedetem Geländer und Granitstufen so dick wie Eisenbahnschwellen. Die Treppe ist eineinhalb Jahrhunderte alt und gehörte einmal zur Königsstadt-Brauerei, in der bis vor 100 Jahren tatsächlich Bier gebraut wurde. Später schraubte man in dem Eck zwischen Schönhauser Allee und Torstraße Autos zusammen, baute Möbel und züchtete sogar Champignons. Doch die Zeiten haben sich geändert: Heute wird an der Saarbrücker Straße in Berlin-Mitte an der Atombombe gearbeitet.

"Parlamind" steht in der zweiten Etage neben einer Stahltür. Dahinter befinden sich große Räume mit Graffiti an den Wänden, Getränkekisten stehen in den Ecken. In einem Raum sind Schreibtische aufgereiht, an denen junge Leute vor Computermonitoren sitzen. Christian Wolf spricht von Big Data, Echtzeit-Analyse und Machine Learning. Es sei eine Art Schule, sagt der Parlamind-Chef und -Gründer. "Wir bringen Computern das Selbststudium bei."

Gigantische Datenmengen

Das 2015 gegründete Start-up ist eines von mehr als 50 in Berlin, die künstliche Intelligenz entwickeln. Sie bringen Computern bei, unsere Sprache zu verstehen, Bilder zu erkennen oder Diagnosen zu stellen und dabei selbst immer besser zu werden. Daran wird weltweit zwar schon seit Jahrzehnten gearbeitet, aber erst heute gibt es die nötigen Daten. Zudem haben Computer nun ein Leistungsniveau erreicht, das sie in die Lage versetzt,…

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07.04.2017