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Politik

Schluss mit Ho-La-La-Land

Geert Wilders hat mit seinem Anti-Islam-Kurs gute Chancen, die Wahl in den Niederlanden am Mittwoch zu gewinnen. Die Eskalation im Streit mit der Türkei kommt ihm dabei äußerst gelegen

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von
Peter Riesbeck
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Delft/Rotterdam. Geert Wilders mag keine Interviews. Lieber nutzt er Twitter. "Für mich ein großartiges Instrument", sagt der rechte Politiker. In der Nacht zum Sonntag legte er wieder einmal los. "Premier Rutte hat nur Mut, wenn meine Freiheitspartei das fordert", twitterte Wilders nach der Absage der Wahlkampfveranstaltungen der türkischen Minister durch die niederländische Regierung. Am Montag ging es mit Verve weiter. "Ihr seid keine Europäer. Ihr werdet es auch nie", schrieb Wilders in Richtung Türkei.

Dem türkischen Außenminister Cavusoglu wurde am Wochenende die Einreise in die Niederlande untersagt, die Familienministerin Kaya wurde ausgewiesen. Beide hatten in den Niederlanden vor dem Referendum in der Türkei für das Präsidialsystem werben wollen. Jetzt ist sie da, die große diplomatische Krise. Und diese Krise zwischen den Niederlanden und der Türkei kommt Geert Wilders gelegen. Am Mittwoch wählen die Niederländer. Lange führte Wilders in den Umfragen, zuletzt aber bröckelte die Gunst. Nun fühlt er sich bestätigt. Als letzter Mann mit Sinn für Recht und Ordnung. Und als Islam-Gegner.

Auf einer Briefmarke

Wilders Agenda ist einfach. Das Programm umfasst eine DIN-A4-Seite. Ihm reiche auch "eine Briefmarke", kontert Wilders Kritik an den knappen Aussagen. Den Koran will er verbieten, radikale Moscheen schließen. "Unser Land wurde besetzt. Wir müssen es zurückerobern", so Wilders. Und: "Wenn wir nicht wollen, dass Europa…

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14.03.2017