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Politik

Sätze unter Dauerstrom

Der künftige US-Präsident hat ein Interview gegeben. Die Nato hält er für überflüssig, die EU wird zerfallen

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von
Karl Doemens
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Diplomatische Floskeln? Zeitverschwendung. Freundliche Gesprächsangebote an die künftigen Partner? Fehlanzeige. Stattdessen: Jede Menge Superlative. Sprunghafte Gedanken. Sätze unter Dauerstrom. Der künftige US-Präsident Donald Trump präsentiert sich im Interview mit der Bild-Zeitung und der Londoner Times wie beim Kurznachrichtendienst Twitter, wo er nach eigenem Bekunden gerne mal "ein Ding" raushaut. Sein Rundumschlag löste in Berlin und Brüssel Kopfschütteln, Befremden und auch Sorgen aus. Die wichtigsten Themen: 

Deutschland: Auf Trumps Schreibtisch türmen sich Bücher, Papiere und ein Base-Cap. Die Fensterbänke sind mit Erinnerungsstücken, Pokalen und Urkunden überladen. Angesichts dieses Chaos verwundert die Antwort des Präsidenten auf die Frage nach seinem deutschen Erbe: "Ich mag Ordnung. Ich mag es, wenn die Dinge ordentlich erledigt werden." Sehr stolz sei er auf seine Wurzeln in der Pfalz, sagt der 70-Jährige: "Bad Dürkheim, ja? Das ist echtes Deutschland, nicht wahr?" Unbestreitbar ist, dass Trumps Großvater Friedrich aus Kallstadt bei Bad Dürkheim stammte und seine Heimat 1885 in Richtung Amerika verließ. Beobachter erwarten, dass Trump die pfälzische Weinstraße als einen der ersten Orte bei einem möglichen Deutschland-Besuch aufsuchen dürfte.

Kanzlerin Merkel: Im Wahlkampf hatte Trump die Öffnung der deutschen Grenzen für Flüchtlinge als "geisteskrank" bezeichnet. Im Interview nun gibt er sich etwas…

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17.01.2017