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Politik

Provokateur aus Passion

Er hat Talent zum Austeilen, aber auch zum Einstecken: Jens Spahn, CDU-Politiker und neuer Gesundheitsminister, weicht keinem Clinch aus. Er hat diese Unerschrockenheit zu seinem Markenzeichen gemacht. Jetzt ist er für die Schwachen im Land verantwortlich. Und muss vor allem eines tun: Probleme lösen

Olaf Kosinsky [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons
von
Markus Decker
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Politik

Berlin. Man kann alles Mögliche über Jens Spahn sagen. Und es wird ja auch alles Mögliche über Jens Spahn gesagt. Eines kann man nicht sagen: dass der Oberprovokateur der Christlich-Demokratischen Union einer Konfrontation aus dem Weg ginge. Am Montag hat er das einmal mehr gezeigt.

Vormittags nimmt Spahn, der 1,90-Meter-Mann, an einer Sitzung des CDU-Präsidiums teil, bei der ihm mitgeteilt wird, dass er sich jetzt bitte mal zurückhalten solle. Anlass sind die jüngsten Einlassungen zu den Themen Hartz IV und Werbeverbot für Abtreibungen.

Abends tritt Jens Spahn dann bei "hart aber fair" in der ARD auf. Dabei steht die Frage im Vordergrund, warum so viele Kassenpatienten so lange auf einen Arzttermin warten müssen - und Privatpatienten nicht. Der Arzt Christoph Lanzendörfer, im Nebenberuf Sozialdemokrat, raunzt: "Gesundbeterei qualifiziert keinen Gesundheitsminister." Ein Facebook-User ätzt via Facebook in die Sendung hinein: "Bisher quatscht der Spahn ja lieber über Hartz IV." Moderator Frank Plasberg fragt angesichts der zahlreichen Streitereien, in die sich der Gast begeben hat: "Sind Sie eigentlich nicht ausgelastet?"

Der herausfordernde Blick

All das hindert Spahn, 37 Jahre alt, nicht, im Laufe des Tages einem Journalisten zu antworten, der in den vergangenen Jahren überwiegend Unfreundliches über ihn geschrieben hat. Fünf Minuten nach der SMS mit der Bitte um ein Gespräch kommt eine SMS zurück, in der steht,…

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21.03.2018