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Nicht die Bohne? Doch die Bohne!

Immer mehr Studien zeigen: Kaffee fördert die Gesundheit. Er kann das Risiko für Diabetes, Krebs und Alzheimer senken. Aber gibt es nicht doch Gefahren? Eine Analyse

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von
Torsten Harmsen
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Wer Kaffee trinkt, lebt länger. Das behaupten Gesundheitsforscher der US-amerikanischen Harvard University. Sie veröffentlichten erst vor wenigen Tagen die Ergebnisse eine Studie mit 200 000 Teilnehmern. Diese lief über drei Jahrzehnte und zeigte, dass die Todesrate unter den Menschen, die regelmäßig Kaffee tranken, niedriger lag als unter jenen, die Kaffee verschmähten.

Hurra, rufen die einen. Der Kaffee ist endlich rehabilitiert! Andere fragen: Ist denn wirklich bewiesen, dass es am Kaffee liegt? Was ist aus dem bösen Teufelsgebräu geworden, das angeblich Wasser aus dem Körper presst und das Herz anpeitscht? Viele erinnern sich noch an den Kanon aus dem Musikunterricht. Der sächsische Komponist Carl Gottlieb Hering schrieb ihn vor zwei Jahrhunderten: "C-a-f-f-e-e, trink nicht so viel Kaffee!/ Nicht für Kinder ist der Türkentrank,/ schwächt die Nerven, macht dich blass und krank./ Sei doch kein Muselmann, der ihn nicht lassen kann!"

Von wegen Türkentrank und Muselmann! Seit Langem schon ist der Kaffee das Nationalgetränk der Deutschen. Denn sie trinken im Schnitt 162 Liter Kaffee pro Jahr. Wenn also die Forscher recht haben mit ihrer Behauptung, dass Kaffee die Sterblichkeit senke, dann müssten die Deutschen ein Volk der Langlebigen sein. Und die eifrigsten Kaffeetrinker der Geschichte wären uralt geworden. Der französische Schriftsteller Honoré de Balzac zum Beispiel. Er soll pro Tag bis zu 50 Tassen Kaffee getrunken haben. Oder Beethoven, der für…

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05.12.2015