Lesezeit 7 Min
Wissen

„Mütter infizieren ihre Kinder“

Der Mediziner Peter Malfertheiner über die neue Strategie gegen den Magenkeim Helicobacter pylori

Chayathorn Lertpanyaroj / Shutterstock.com
von
Frederik Jötten
Lesezeit 7 Min
Wissen

Bei etwa 30 Prozent der Erwachsenen hat sich das Bakterium Helicobacter pylori im Magen eingenistet. Dadurch kann sich die Magenschleimhaut chronisch entzünden. Dadurch erhöht sich das Risiko für Magengeschwüre und Magenkrebs. Das Bakterium lässt sich mit einem Mix von Antibiotika und anderen Mitteln bekämpfen. Der Gastroenterologe Peter Malfertheiner von der Universitätsklinik Magdeburg empfiehlt, sich dabei nach den neuen Leitlinien zu richten. Sie sehen eine Vierfach- statt Dreifachtherapie vor.

Herr Malfertheiner, das Bakterium Helicobacter pylori ist als "Magenteufel" bekannt, der Geschwüre und Krebs verursacht. Mittlerweile weiß man aber auch, dass die Mikroben das Vitamin Folsäure herstellen. Außerdem nehmen Allergien, Asthma und Zöliakie zu, seitdem Mediziner es mit Antibiotika bekämpfen. Kann es sein, dass es gesünder ist, den Magenkeim im Menschen leben zu lassen?

Es gibt epidemiologische Studien, in denen es so aussieht, als ob Kinder, die mit Helicobacter pylori infiziert sind, weniger häufig Allergien und Asthma entwickeln. Allerdings haben wir gerade mit einem internationalen Konsortium von Wissenschaftlern alle Studien untersucht und es ist keinesfalls erwiesen, dass die Infektion diesen positiven Effekt hat. Und selbst wenn die Helicobacter-pylori-Infektion für den Jugendlichen einen positiven Effekt hätte - beim Erwachsenen sieht das ganz anders aus.

Was ist bei…

Jetzt weiterlesen für 0,43 €
08.12.2016