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Monsterbeben am Feuerring

Rund um den Pazifik wird der Untergrund besonders häufig und heftig durchgeschüttelt. Denn dort versinkt Ozeanboden im Erdmantel - wodurch Vulkane und gewaltige Spannungen entstehen. Zurzeit bangen Forscher besonders um den Norden Chiles

CHEN WS / shutterstock.com
von
Ute Kehse
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Der 16. April dieses Jahres war ein trauriger Tag. Innerhalb von Stunden schüttelten zwei starke Erdbeben Länder auf gegenüberliegenden Seiten des Pazifiks durch. Zuerst bebte es auf der japanischen Insel Kyushu. Um halb zwei Uhr nachts brachten Erdstöße der Magnitude 7,3 in der Nähe der Stadt Kumamoto etwa tausend Häuser zum Einsturz, beschädigten Straßen, Brücken und Tunnel und lösten zahlreiche Erdrutsche aus. 50 Menschen starben, mehr als Hunderttausend mussten vorübergehend ihre Wohnungen verlassen.

Um sieben Uhr abends Ortszeit traf es einen Küstenstreifen auf der anderen Seite des Stillen Ozeans. 170 Kilometer westlich der ecuadorianischen Hauptstadt Quito ereignete sich ein Beben der Magnitude 7,8. Mehr als 600 Menschen kamen ums Leben, Zehntausende wurden verletzt. Auch dort stürzten Gebäude und Brücken zusammen, die Regierung rechnete mit Schäden in Milliardenhöhe.

Doch so katastrophal die Folgen für die Menschen in Japan und Ecuador auch waren. Ungewöhnlich sind Beben dieser Stärke nicht. Pro Jahr treten weltweit im Schnitt 15 Erdbeben mit einer Magnitude zwischen 7,0 und 7,9 auf. Die meisten davon schaffen es allerdings nicht in die Nachrichten, weil sie sich abseits dicht besiedelter Gebiete ereignen und daher weniger Schaden anrichten.

Rund um den Pazifik, in jenem 40 000 Kilometer langen System geologischer Störungen, das auch als pazifischer Feuerring bekannt ist, treten indessen immer wieder noch viel stärkere Erdbeben auf. So etwa am 11. März 2011 in Japan, als eine Erschütterung der Magnitude 9,0 einen zerstörerischen Tsunami auslöste, oder am 27. Februar 2010 in Chile. Die Erdstöße der Magnitude 8,8…

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09.07.2016