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Politik

Mit eisernem Willen

Im Leben wie in der Politik war er ein Kämpfer. Einer, der ausgeteilt hat, einer, der einstecken musste und konnte. Am 18. März 2016 hat Guido Westerwelle seinen letzten Kampf verloren

By Dirk Vorderstraße (Own work) [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons
von
Thomas Kröter
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Politik

Er war ein Kämpfer. In der Politik. Im Leben. Kein anderer Politiker seiner Generation hat so polarisiert wie Guido Westerwelle. Und so erfolgreich. Doch dem größten Wahlsieg in der Geschichte der FDP folgte die größte Niederlage. Er verlor alle Ämter. Seine Partei flog aus dem Bundestag. Die Hoffnung auf ein neues Leben nach der Politik machte eine heimtückische Krankheit zunichte. Mit eisernem Willen hat er sich dagegen gewehrt. Vergeblich. Am 18. März 206 ist Guido Westerwelle an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung gestorben.

Der junge Westerwelle, Jahrgang 1961, war immer als Erster da, sonntagabends, wenn irgendwo eine Wahl stattfand. Mitte der Achtzigerjahre war das, im Thomas-Dehler-Haus, das damals noch in Bonn stand. Er mischte sich unter die Korrespondenten, die darauf warteten, dass einer der wichtigeren Herren sich in der FDP-Zentrale einfand. Ihnen galt es, ein Zitat zu entlocken zum Zustand ihrer Partei.

Guido Westerwelle war zwar noch nicht wichtig, aber frech. So schaffte es der Vorsitzende der Jungen Liberalen immer öfter in die Montagsausgaben der Tageszeitungen. Später rückte er in den Parteivorstand auf und übernahm die Führung des wichtigen FDP-Kreisverbandes Bonn. Und irgendwann hatten sich seine Fähigkeiten nicht nur unter den Journalisten herumgesprochen, sondern auch in seiner Partei, die weiter Wahl um Wahl verlor.

Schließlich machte der angeschlagene Parteichef Klaus Kinkel den aufmüpfigen jungen Mann kurz vor…

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19.03.2016