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Wirtschaft

„Menschen wollen sich weiterentwickeln“

Zerstört ein bedingungsloses Grundeinkommen die Wirtschaft? Nein, sagt dm-Gründer Götz Werner. Er glaubt: Freiwillige Arbeit nützt dem Wohlstand aller

BERLINER ZEITUNG / MARKUS WÄCHTER
von
Stefan Sauer
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Wirtschaft

Götz Werner könnte Zeit haben, wenn er wollte. Er will aber nicht. 73 Jahre alt ist der Gründer der Drogeriemarktkette dm, aber sein Terminkalender ist vollgepackt. Am Vorabend des Interviews hat er sein neuestes Buch mit dem Titel "Sonst knallt's - warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen", das er gemeinsam mit den Ökonomen Marc Friedrich und Matthias Weik verfasst hat, in Berlin vorgestellt. Am folgenden Morgen bleibt vor dem Abflug nach Stuttgart auf dem Flughafen Tegel eine Stunde für das Gespräch, in dem Werner für ein bedingungsloses Grundeinkommen eintritt, liebenswürdig im Ton, aber unerschütterlich in der Sache.

Herr Werner, Sie plädieren in Ihrem jüngsten Buch vehement für ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE). Was bedeutet das?

Jeder Einzelne erhält einen monatlichen Betrag, der sein kulturelles Existenzminium abdeckt, ohne dass er dafür eine Gegenleistung erbringen müsste.

An welche Summe denken Sie?

Derzeit wären wohl um die 1 000 Euro pro Kopf und Monat angemessen.

Aber Sie entlohnen Ihre Beschäftigten bei dm doch auch nicht fürs Nichtstun. Befördert ein BGE nicht allgemeinen Müßiggang?

Die Mitarbeiter erhalten ein Einkommen, damit sie kommen können. Wie jeder Mensch brauchen auch sie ein Einkommen zum Leben. Damit sie teilnehmen können am Leben in unserer Gesellschaft.

Die Leistung, die Ihre Belegschaft als…

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15.07.2017