Lesezeit 7 Min
Kultur

Lesen ist keine Arbeit

Felicitas von Lovenberg leitet seit einem halben Jahr den Piper Verlag. Als Erstes hat sie allerdings den Berlin Verlag geschrumpft

BERLINER ZEITUNG / PAULUS PONIZAK
von
Cornelia Geißler
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Kultur

In drei Wochen beginnt die Frankfurter Buchmesse, mit mehr als 7 000 Verlagen, die Neues vorstellen und hinter den Kulissen Geschäfte führen. Für den Piper Verlag tritt Felicitas von Lovenberg, 42, neu an. Wir sprachen mit der bisherigen Literaturchefin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und jetzigen Verlegerin über den Seitenwechsel.

Noch vor einem Jahr hätten wir uns nicht zum Gespräch verabredet: Journalisten interviewen keine Journalisten. Wie geht es Ihnen jetzt auf der anderen Seite?

Gut! Natürlich nicht, weil ich jetzt in der Rolle bin, interviewt zu werden. Aber ich kann die Distanz gegenüber den Büchern, die ich als Kritikerin zu wahren hatte, aufgeben. Als Verleger möchte, ja muss man an seine Bücher und Autoren glauben.

Die Situation der Tageszeitungen ist wirtschaftlich schwierig. Haben Sie sich auf die sichere Seite gerettet?

Oh, das wäre schön, aber auch die Buchbranche steht vor enormen Herausforderungen. Nicht zuletzt, weil das Buch an Bedeutung verloren hat. Es wird nicht mehr so viel über Bücher gestritten wie das vielleicht noch vor 15, 20 Jahren der Fall war. Es wird, so scheint mir, mehr über Fernsehserien, Festspiele oder andere kulturelle Ereignisse geredet als über das bescheidene Buch, das für jeden zu jeder Zeit und zu einem demokratischen Preis verfügbar ist.

Sie haben sehr jung den Alfred-Kerr-Preis bekommen, bald die FAZ-…

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28.09.2016