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Kultur

Kein einfaches Geschäft

Bücher zu verkaufen, ist in Indonesien nicht leicht. Die Menschen lesen kaum. Deshalb bieten Buchhändler auch Fahrräder an. Und tanzen für ihre Kunden. Ein Besuch im Ehrengastland der Frankfurter Buchmesse

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von
Marten Hahn
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JAKARTA/MAKASSAR. Schon wieder ein Inselstaat also. Aber was für einer. Ein Über-Inselstaat. Nach Island 2011 und Neuseeland 2012 heißt der diesjährige Ehrengast der Frankfurter Buchmesse: Indonesien. Das Land besteht aus rund 17 000 bewohnten und unbewohnten Inseln. Das ist so beeindruckend viel, dass die Zuständigen für Frankfurt gleich einen Slogan daraus gemacht haben: "17 000 Inseln der Imagination".

Steigt man in Jakarta ins Flugzeug, um zum Internationalen Literaturfestival nach Makassar zu reisen und schaut beim Flug aus dem Fenster, sieht man zwei Stunden lang nichts als Wasser. Dass man sich beim Aussteigen noch im selben Land befindet, ist für einen Europäer einigermaßen schwer zu begreifen.

Abends stehen Australier, Indonesier und Samoaner zusammen auf der Bühne und singen: "You're at the right place" – Du bist hier am richtigen Ort. Das Festival in Makassar gehört zu einem von drei Literaturfestivals, die jährlich in diesem großen Land stattfinden. Goenawan Mohamad wird später bei einem Besuch in Jakarta versuchen zu erklären, warum die Indonesier selten gen Westen schauen. Mohamad ist Dichter, Leiter des Ehrengastprojekts in Frankfurt und einer der führenden Intellektuellen Indonesiens. "Wir sind geopolitisch unsichtbar, weil wir in den Strategien der Weltmächte keine Rolle spielen", sagt er. Außerdem sei man sich selbst genug. Das Land ist riesig und vielfältig. "Manche Indonesier sind sich der Welt da draußen gar nicht bewusst."…

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12.10.2015