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Politik

Im Amt

Erstmals ist Merkels Ehemann Joachim Sauer bei ihrer Wahl im Bundestag dabei. Und der Bundespräsident fordert Union und SPD auf, mehr zu tun, als nur den Koalitionsvertrag abzuarbeiten.

By FNDE (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons
von
Tobias Peter
und
Daniela Vates
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Politik

Sechs Monate nach der Bundestagswahl ist Angela Merkel dann plötzlich Kanzlerin und der Bundestag erstarrt. Es ist 9.53 Uhr als Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble das Wahlergebnis verkündet: Vier ungültige Stimmen, 688 gültige, 364 Ja-Stimmen, 315 Nein-Stimmen, neun Enthaltungen. Merkel ist zum vierten Mal Kanzlerin. Zu zwölf Jahren und 112 Tagen werden nun noch ein paar dazu kommen. Aber 35 Abgeordnete der Koalition haben ihr die Unterstützung versagt.

Der Reichstag ist voll besetzt und trotzdem ein paar Sekunden völlig still. Ein kleiner Schock bei den einen vielleicht, die erstmal nachrechnen, wie viele Stimmen da fehlen aus den Fraktionen von Union und SPD. Ein kurzes etwas ungläubiges Erstaunen möglicherweise bei anderen: gewählt. Nun also doch, nach all diesem Hin und Her, nach wochenlangen Verhandlungen, Nachtsitzungen und der sehr ernsten Debatte um Neuwahlen: Das Regieren kann beginnen.

Die Union fasst sich schnell und applaudiert, ihre Abgeordneten erheben sich. Die SPD bleibt verhalten, es klatscht der ein oder andere. Er wähle ohne Enthusiasmus, so hat SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil zuvor das Gefühl der Sozialdemokraten zusammengefasst.

Auf der Tribüne klatschen Merkels Mutter Herlind Kasner und der Chemieprofessor Joachim Sauer, der nun zum vierten Mal Kanzlerinnengatte wird. Er hat sich sonst immer entschuldigt mit seiner Arbeit. Seit kurzem ist er in Rente, da ist nun offenbar mehr Zeit für andere Dinge. Und es ist ja…

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15.03.2018