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Politik

Go, Mom, go!

Sie schickte eine spontane derbe Geste in Richtung des US-Präsidenten - und verlor ihren Job. Juli Briskmans Leben hat sich dramatisch verändert seitdem - zum Guten

fesehe / pixabay.com
von
Karl Doemens
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Sterling. Zum Treffen im Coffee-Shop kommt sie ausnahmsweise mit dem Auto. Es hagelt gerade heftig im Norden des Bundesstaates Virginia. Doch eigentlich liebt Juli Briskman die körperliche Bewegung. Die Frau mit dem blonden Lockenkopf läuft Marathon, klettert auf Berge und fährt Rad - so wie an jenem Sonnabend vor knapp drei Monaten, der sie plötzlich berühmt machte.

Heute muss der Latte Macchiato dran glauben. Wild rührt die 50-Jährige in ihrem Becher. "Mein Blut kocht immer noch, wenn ich darüber spreche", sagt sie. Kein Wunder: Schließlich begegnet man nicht jeden Tag dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, findet kurz darauf ein Foto von sich in allen Zeitungen, verliert den Job und wird von Unbekannten mit 130 000 Dollar unterstützt. Das alles ist Juli Briskman passiert. Man kann sagen, dass Donald Trump ihr Leben auf den Kopf gestellt hat. Und letztlich ist sie ihm dafür sogar dankbar.

Alles begann am 28. Oktober, einem lauen Spätsommertag. Morgens im Fernsehen hatte Briskman gesehen, dass der Präsident in ihre Gegend kommen würde. Rund 30 Meilen nordöstlich von Washington und keine Viertelstunde Fußweg von Briskmans Backsteinhäuschen im Vorstadt-Idyll von Sterling entfernt liegt nämlich einer von Trumps Golfplätzen, wo er am Wochenende gerne ein paar Bälle schlägt. "Hat der schon wieder nichts Besseres zu tun?", dachte die alleinerziehende Mutter kurz.

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Als sie sich nachmittags um drei…

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19.01.2018