Lesezeit 7 Min
Politik

Geschichten aus der Merkelei

Vor zehn Jahren wurde die mächtigste Frau der Welt als Bundeskanzlerin vereidigt. Welche Themen sind ihr wichtig? Wer sind ihre engsten Wegbegleiter – und wer fiel in Ungnade?

Drop of Light / Shutterstock.com
von
Daniela Vates
Lesezeit 7 Min
Politik

Was sie bewegte

Finanz-/Euro-/Griechenlandkrise: Der Zusammenbruch des aufgeblähten US-Immobilienmarktes trieb ab 2007 Banken in die Insolvenz, andere standen zumindest kurz vor dem Aus. Es trat zutage, dass hinter vielen Milliardensummen in Bilanzen Luftbuchungen standen und sich die Kreditinstitute zum Teil in ihren eigenen Konstrukten verhedderten. Merkel sah sich genötigt, gemeinsam mit dem damaligen Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) die Sicherheit deutscher Sparguthaben zu garantieren. Zu den Konjunkturprogrammen gehörte die Abwrackprämie für Pkw, die den Kauf von Neuwagen befördern sollte. Kaum war die Krise einigermaßen überstanden, schloss sich in ihrer zweiten Amtszeit die Euro-Krise an, nach den Banken waren nun Staaten in Finanznöten. Merkel prägte den Satz: "Scheitert der Euro, scheitert Europa." Das brachte der Kanzlerin massive Kritik in den eigenen Reihen ein, genauso wie die darauffolgende Griechenland-Krise.

Atomausstieg: Eigentlich wollte das zweite Merkel-Kabinett aus CDU, CSU und FDP den von Rot-Grün begonnenen Atomausstieg rückgängig machen. Doch dann zerstörte ein Tsunami das Atomkraftwerk im japanischen Fukushima. Ein ganzer Landstrich wurde unbewohnbar. Quasi über Nacht drehte sich Merkel um 180 Grad – und erklärte einen Atomausstieg, der radikaler war als der von Rot-Grün. Erste AKWs wurden alsbald abgeschaltet, die Warnungen der Energieindustrie vor Stromengpässen wurden…

Jetzt weiterlesen für 0,43 €
21.11.2015