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Politik

„Es muss mehr Geld im System ankommen“

Dilek Kolat ist Berlins erste Pflegesenatorin. Der Schlüssel für eine bessere Betreuung ist für sie eine bessere Bezahlung

BERLINER ZEITUNG / MARKUS WÄCHTER
von
Frederik Bombosch
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Politik

Berlin hat ein neues Senatorenamt: Dilek Kolat ist nicht nur Gesundheits- und Gleichstellungs-, sondern auch Pflegesenatorin. Erstmals trägt ein Regierungsmitglied diese Zuständigkeit im Titel, und damit soll auch eine Aufwertung des Themas einhergehen.

Frau Kolat, Kitas werden in Berlin massiv ausgebaut. Bräuchte es nicht eine ähnliche Offensive für Pflegeplätze? Kinder, die Plätze für ihre Eltern suchen, erzählen ähnlich Dramatisches wie junge Väter und Mütter.

Es stimmt, Pflege geht uns alle an. 17 Prozent der Menschen in unserer Stadt haben Kinder - aber alle haben Eltern. Und wir beobachten, dass in einer Singlestadt wie Berlin immer häufiger auch Nachbarn oder Freunde einstehen für Menschen, die Hilfe brauchen. Pflege kann einen schneller betreffen als man denkt. Auch aufgrund einer Krankheit im jungen Alter beispielsweise. Rot-Rot-Grün packt dieses wichtige Zukunftsthema an und stellt die Weichen für eine Pflegeoffensive. Deshalb gibt es erstmalig eine Senatsverwaltung, die Pflege im Namen trägt. Und es geht nicht nur um den Namen, sondern wir bauen derzeit eine neue Abteilung Pflege auf, wo wir alle diesbezüglichen Themen zusammenfassen und Ressourcen neu ausbauen. So können wir die wichtigen Themen der Zukunft viel besser angehen.

Theoretisch ist die Versorgung in Berlin nicht schlecht - in der stationären Betreuung gibt es sogar ein Überangebot an Plätzen. Trotzdem finden viele Menschen nicht die Pflege, die…

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04.04.2017