Lesezeit 7 Min
Politik

"Es dürfte dauern, bis Trump in Deutschland redet"

Der scheidende US-Botschafter in Berlin, John Emerson, über die Zeitenwende in seinem Land

BERLINER ZEITUNG/PAULUS PONIZAK
von
Karl Doemens
und
Steven Geyer
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Politik

Nur noch eine gute Woche ist John Emerson der höchstrangige Vertreter der USA in Deutschland, doch er trägt es mit Fassung. Donald Trump hat verfügt, dass alle Botschafter ihre Posten - anders als jahrzehntelang üblich - sofort räumen müssen. Keine Anstandsphase für Obamas Leute, lieber bleiben die Botschaften ein paar Wochen führungslos. Der Kalifornier Emerson, 62, der erst seit dreieinhalb Jahren in Berlin ist, wäre gern länger geblieben, sagt er ohne Bitterkeit. Nun will er in die Wirtschaft wechseln, aber politisch aktiv bleiben - und kehrt mit Frau und Töchtern heim: in ein Land, das sich womöglich grundlegend ändert.

Herr Botschafter, in zwei Wochen endet Ihre Amtszeit in Berlin. In welcher Stimmung verlassen Sie Deutschland?

Es ist ein bittersüßes Gefühl. Das Schöne sind die Abschiedsbesuche überall im Land, die Essen mit Freunden. Traurig bin ich, weil es mir immer eine Ehre war, gerade in dieser Zeit hier zu sein. Aber Botschafterposten enden oft nicht, wann man es sich wünscht. Wir hatten fest eingeplant, noch ein halbes Jahr zu bleiben, wäre die Wahl anders ausgegangen. Nun kam es anders. Aber wir haben eine Wohnung in Charlottenburg gekauft und kommen privat wieder.

Die Umstände haben sich nicht nur in Ihrer Heimat geändert. Vor Weihnachten gab es in Berlin den ersten großen islamistischen Anschlag. Spüren Sie eine Veränderung in Deutschland?

In meinen drei Jahren hier…

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11.01.2017