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Gesellschaft

Empathie mit der Welt

Jahresrückblick 2015 - Ein Versuch, ein paar Minuten lang nachzudenken am Ende des Jahres

Ververidis Vasilis / Shutterstock.com
von
Arno Widmann
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Gesellschaft

Wer in seine Internet-Suchmaschine „Konflikte 2015“ eingibt, dem liefert Wikipedia 46. Die Angriffe auf die Flüchtlingsunterkünfte im August in Heidenau in der Sächsischen Schweiz gehören dazu wie auch die im Mai beginnenden Kämpfe um den ukrainischen Flughafen Donezk. Genannt werden auch die demonstrativen Selbstverbrennungen von Tibetern, die Terroranschläge von Januar und November in Paris, der syrische Bürgerkrieg, das Oktober-Attentat auf die US-Botschaft in Sarajevo, die seit dem März andauernde Militärintervention gegen den Jemen. Es ist das Kuddelmuddel von Gemetzeln, die die Menschheitsgeschichte weniger zu durchziehen als zu konstituieren scheinen. Bei vielen der aktuellen Ereignisse findet sich das Wort islamistisch. Bei einem Vergleich mit früheren Jahrhunderten wird man feststellen, dass es eines Islamismus, eines Islam, nicht bedarf, um für Konflikte zu sorgen.

Wenn man die Ewigkeit bedenkt, muss man das so sehen, aber so leben wir nicht. Wir leben im Handgemenge der Aktualität. Das führt leicht dazu, dass wir Nachrichten hübsch getrennt voneinander aufbewahren. Die einschlägigen Institutionen informieren uns, dass die Millenniumsziele bei der Bekämpfung des Hungers in der Welt zwar nicht erreicht wurden, dass aber heute deutlich weniger gehungert wird als noch vor zehn Jahren. Blicken wir hinüber in das andere Nachrichtensegment, so stellen wir fest: Gleichzeitig fliehen immer mehr Menschen Hunderte, Tausende von Kilometern aus ihren Lebensräumen…

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31.12.2015