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Kultur

Einfach mal die Ärmel hochkrempeln

Das ist nicht nur ein modisches Detail von Marina Hoermanseders neuer Kollektion, sondern auch die Lebens- und Arbeitsdevise des Shooting Stars der Berliner Fashion Week. Ein Atelierbesuch

BERLINER ZEITUNG / PAULUS PONIZAK
von
Carmen Böker
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Kultur

BERLIN. Der Hochsicherheitstrakt liegt in der hinteren Ecke eines kargen, langgestreckten Raums im Hinterhof eines Kreuzberger Gewerbekomplexes. Er hat kein Gitter, keine Mauern, er ist einfach nur abgesperrt mit Klebeband in Neon-Orange. Es markiert, auf den Betonboden geklebt, jenen Ort, an dem sich Marina Hoermanseders Visionen, Wünsche und Kapital derzeit gesammelt befinden - gewissermaßen, denn hier hängt auf einer fahrbaren Kleiderstange die Kollektion, die die Designerin am Donnerstag auf der Berliner Fashion Week zeigen wird.

Das Publikum möchte sie begeistern, die Einkäufer muss sie überzeugen, damit ein Musterteil auch wirklich in Produktion gehen kann. Sonst bleibt es bei einem folgenlosen Laufsteg-Moment. "Ich will nicht ewig nur der Kunst dienen, sondern wirklich auch verkaufen. Bei dem, was auf der Stange hängt, muss man auf Tragbarkeit achten", sagt sie. "Es macht mir auch Spaß so, ich bin Designerin, und meine Mission ist es, die Dame zu bekleiden."

So spricht eine Designerin, die vor der Mode Wirtschaft studiert hat; das war Bedingung der Eltern für ihre - bis heute anhaltende - Unterstützung, der Vater ist Vorstandschef eines Wiener Verpackungsunternehmens. Hoermanseder schloss ihr Studium der Internationalen Betriebswirtschaftslehre in Wien ab mit einer Diplomarbeit zum Thema "Der japanische Ansatz des wissensbasierten Managements und seine Einbettung in die Wirtschaftsgeschichte und die Kultur Japans".

Wie genau nun die…

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18.01.2016