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Politik

Eine Oase für immer

Maale Adumim ist eine der größten israelischen Siedlungen im Westjordanland - und eine idyllische Vorstadt von Jerusalem zugleich. So schnell wie möglich sollte sie annektiert werden, finden ihre Bewohner. Donald Trump werde schon nichts dagegen haben

Elena Dijour / Shutterstock.com
von
Inge Günther
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MAALE ADUMIM. Vor ein paar Stunden haben Neta und Oren noch im Flugzeug gesessen. In Kanada sind sie gewesen. Toll sei der Urlaub gewesegn, erzählen die beiden Israelis, aber nichts gehe über das Gefühl, wieder daheim zu sein. Neta stammt aus Tel Aviv, Oren zuliebe zieht sie jetzt her. Und auch deshalb, weil sie das Leben hier so mag. Maale Adumim, das ist einer der größten Siedlungsblöcke im Westjordanland. Neta und Oren sind aufgekratzt, der Nachtflug war anstrengend. Sie hocken im Aroma-Café der Shopping-Mall von Maale Adumim und versuchen, mit Hilfe von Sandwiches und frischen Säften ihren Jetlag zu vertreiben.

"Endlich angekommen", seufzt Neta und streckt ihre Arme gen Himmel. "Dieser Ort mitten in den Wüstenbergen hat etwas Magisches", sagt sie - die Ruhe, die gute Luft, die netten Leute, der freie Blick über die Landschaft, die Ruhe. Und außerdem sei man in zwanzig Autominuten in Jerusalem.

Das Krokodil

Eine ganz normale Vorstadt ist Maale Adumim allerdings nicht. Die Palästinenser in den Nachbardörfern nennen die Siedlung "Das Krokodil". Ziemlich gefräßig ist sie tatsächlich, ihr Appetit auf immer mehr Land schier unersättlich.

Ihre Einwohnerzahl entspricht der einer Kleinstadt, von der Fläche her ist Maale Adumim so groß wie Tel Aviv. Und die sogenannte E-1-Zone kommt noch hinzu. Israelische Planer haben sie auf dem Reißbrett bereits als Bauland ausgewiesen, um territoriale Kontinuität zwischen Maale Adumim und…

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17.02.2017