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Politik

Ein Zaun würde doch reichen

Die texanische Stadt Laredo boomt. Und die mexikanische Stadt Nuevo Laredo nebenan gleich mit. Vier Brücken und der freie Handel verbinden die Zwillingsstädte und ihre Bewohner. Noch. Eine Grenzmauer, wie US-Präsident Trump sie plant, würde das Miteinander zerstören und den Wohlstand auch

von
Damir Fras
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Politik

LAREDO Es war Ende Juli 2015, die Sonne schien grell über dem Rio Grande. Bürgermeister Pete Saenz war mit Donald Trump durch seine Stadt gefahren und hatte ihm gesagt, dass weder der Bau einer Mauer an der Grenze noch Änderungen am Freihandelsvertrag Nafta gute Ideen seien. Nach der Fahrt fühlte sich Saenz gut. Für einen Augenblick hatte er, ein Mann mit einem Oberlippenbart, der ihn aussehen lässt wie einen Stummfilm-Star aus den Zwanzigerjahren, das Gefühl, seine Überzeugungsarbeit sei erfolgreich gewesen. Und überhaupt, der Mann mit der sonderlichen Frisur würde schon nicht zum Präsidenten gewählt werden und die Pläne, die er für Saenz' Stadt hatte, nicht umsetzen können.

Wie man heute weiß, kam es anders. Aus dem Kandidaten Trump wurde der Präsident Trump, der sich von Bürgermeistern nicht sagen lässt, wie er Politik zu machen hat. Vor wenigen Tagen hat er ein Dekret unterschrieben, dass so schnell wie möglich mit den Arbeiten für eine Grenzmauer begonnen werden soll. Und auch den Handelsvertrag Nafta, den die USA mit Mexiko und Kanada geschlossen haben, will er nicht ungeschoren lassen. Zehntausende Mexikaner sind am Wochenende zu Protesten gegen Trump auf die Straße gegangen. "Wir wollen Brücken bauen", riefen viele der in Weiß gekleideten Menschen. Und Pete Saenz, Bürgermeister der texanischen Grenzstadt Laredo, ist nur die Hoffnung geblieben, dass es nicht so schlimm kommt wie befürchtet.

Träge fließt der Rio Grande

Laredo…

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14.02.2017