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Gesellschaft

Dieser Weg wird kein leichter sein

Xavier Naidoo, populärster deutscher Soulsänger, behauptet, Deutschland sei besetzt, und die USA steckten hinter 9/11. Dem Ruhm schadet’s nicht, also dreht er weiter auf.

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von
Steven Geyer
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Gesellschaft

Es ist ein Moment der Wahrheit, wenn auch nur ein kleiner. Sebastian Krumbiegel, Sänger der Band Die Prinzen, sitzt mit Xavier Naidoo unter dem Sternenhimmel Südafrikas, um sie herum flackern Windlichter. Es wird eine Folge der Sendung „Sing meinen Song“ gedreht, in dem Musiker die Hits anderer Musiker neu interpretieren.

Krumbiegel, 48, versteht sich als Linker, in Leipzig führte er Gegendemos an, um Nazi-Aufmärsche zu blockieren; für sein Engagement gegen Rechts bekam er das Bundesverdienstkreuz. Naidoo, 43, als Sohn südafrikanischer Eltern in Mannheim geboren, ist einer der größten deutschen Popstars unserer Tage. Er verkaufte mehr als fünf Millionen Platten, sang sich der Nation mit seinem sanftem Soul regelrecht ins Herz: „Dieser Weg wird kein leichter sein“, „Ich kenne nichts, was so schön ist wie du“. Doch im letzten Herbst stand er plötzlich als Redner auf einer rechtspopulistischen Kundgebung vor dem Reichstag, stellte infrage, dass Deutschland eine gültige Verfassung hat, behauptete, das Deutsche Reich bestehe fort, von fremden Mächten besetzt, und bedankte sich per Du bei den Organisatoren, die zu den stramm rechten „Reichsbürgern“ gehören. Passend dazu sein Shirt mit der Parole: „Freiheit für Deutschland!“

Was passiert, wenn sich einer der populärsten Sänger Deutschlands ins Fahrwasser rechter bis antisemitischer Verschwörungstheorien begibt?

Dass Xavier Naidoo launig durch die derzeit erfolgreichste deutsche Musiksendung führt,…

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02.06.2015