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Die Wunderwaffe wird zum Blindgänger

Antibiotika versagen gegen resistente Keime. Nun gilt es alles zu tun, damit es nicht wieder so wird, wie in der Zeit vor dem Penicillin

Kateryna Kon / shutterstock.com
von
Sabine Sütterlin
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Seit April 2016 an dürfen die Ärzte in den Krankenhäusern des Asklepios-Konzerns nur noch kurzärmlige Kittel tragen. Mit dieser Maßnahme reagiert das Unternehmen, das in der Region Berlin unter anderem Standorte in Birkenwerder, Teupitz und Brandenburg hat, auf die Sorge der Patienten vor einer Ansteckung mit multiresistenten Keimen. "Die Ärzte gehen von Patient zu Patient und untersuchen sie. Der lange Ärmel hat Kontakt zu den Patienten. Die Hände desinfiziert der Arzt, aber er wechselt nicht jedes Mal den Kittel", erläuterte ein Asklepios-Sprecher dem Ärzteblatt.

Multiresistente Keime, also Bakterien, die gleich gegen mehrere Antibiotika unempfindlich sind, treten geballt auf, wo häufig Antibiotika zum Einsatz kommen - zum Beispiel in Krankenhäusern. Sie siedeln bei vielen Menschen auf der Haut, ohne Schaden anzurichten. Für Frischoperierte mit Kathetern oder Beatmungsschläuchen, für Dialysepatienten, Immungeschwächte und Frühgeborene können sie jedoch lebensbedrohlich werden. Auf das Konto sogenannter Krankenhauskeime gehen in Deutschland nach offiziellen Schätzungen jährlich bis zu 15 000 Todesfälle.

Resistenzen sind auf dem Vormarsch. Zu den mittlerweile bekannten Problemkeimen wie dem methicillinresistenten Staphylococcus aureus (MRSA) gesellen sich immer neue. Und die bilden Resistenzen schneller als neue Antibiotika auf den Markt kommen. Mitte Februar erschien der neueste EU-Bericht über die Entwicklung der Antibiotikaresistenz in…

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01.04.2016