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Geschichte

Die Suche nach dem Schatz der „Gottfried“

Vor knapp 200 Jahren lief das Schiff in der Elbmündung auf Grund. Forscher haben es bis heute nicht gefunden. An Bord waren wertvolle altägyptische Objekte, die Berlin weltweiten Ruhm gebracht hätten

Ernst Gebauer [Public domain], via Wikimedia Commons
von
Günter Marks
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Geschichte

Der Sturm in der Nacht zum 12. März des Jahres 1822 fegt unerbittlich über die Nordsee in die Mündung der Elbe. Der Kapitän Heinrich Jacob Riesbeck auf dem dänischen Frachtensegler "Gottfried" kann in Wellen und Wind den Kurs auf Hamburg nicht halten. Der Zweimaster läuft auf eine Sandbank, bricht auseinander und sinkt. Acht Besatzungsmitglieder, darunter auch Kapitän Riesbeck, verlieren ihr Leben. Nur der schwedische Matrose Johannes Skutte wird gerettet. In den Fluten geht auch die wertvolle Fracht des Schiffs unter.

Es handelt sich um altägyptische Artefakte, die die "Gottfried" in Triest - im damaligen Österreich-Ungarn, heute italienische Großstadt - geladen hatte. Ein schwerer Sarkophag aus rotem Granit sowie Grabstelen, Büsten, Statuen, Vasen, Altäre, Säulen, Türfassungen und die Spitze einer Pyramide aus der altägyptischen Begräbnisstätte Sakkara sinken auf den Grund. Acht Mumiensärge sowie zahlreiche Tiermumien schwimmen im Meer - insgesamt transportierte das Schiff mehr als tausend Einzelobjekte. Sie waren in 97 Kisten verpackt und für Preußens König Friedrich Wilhelm III. bestimmt. Bis heute suchen Forscher nach den Stücken.

Der Frühjahrssturm im März 1822 war eines der schwersten Unwetter des 19. Jahrhunderts. Fünf Tage wütete der Orkan. Die Ladung der "Gottfried" war aber nur Teil einer größeren altägyptischen Sammlung, die der preußische Offizier Heinrich Menu von Minutoli in Ägypten zusammengetragen hatte. Minutoli hatte die Objekte im…

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12.03.2016