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Wirtschaft

Die Sprache des Geldes ist die Sprache der Lüge

John Lanchester kennt sich aus mit dem Herausfinden und Unterschlagen der Wahrheit. Der Sachbuch- und Romanautor hat die "Snowden Files" für den Guardian analysiert – und ebenso den Jargon der Banker

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von
Arno Widmann
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John Lanchester wurde 1962 als Sohn eines britischen Bankers in Hamburg geboren. Sein Vater arbeitete bei einem der größten Bankhäuser der Welt, HSBC, Lanchester wuchs in Hongkong auf. Als seine Mutter, eine irische Ex-Nonne, starb, stellte sich heraus, dass sie, als sie Bill Lanchester kennenlernte, sich neun Jahre jünger gemacht hatte. John Lanchester ist Autor von Romanen und Sachbüchern. Es war der Roman "Kapital", in dem er über das Leben in der Großstadt in Zeiten der Finanzkrise schrieb, der ihn auch in Deutschland in die Schlagzeilen brachte. Gerade ist bei Klett-Cotta ein Sachbuch von ihm erschienen: "Die Sprache des Geldes – und warum wir sie nicht verstehen (sollen)". Ich traf ihn vor zwei Monaten in Oxford, in einer alten Kneipe am Ufer der Themse. Ich ließ ein Band laufen. Manchmal übertönte das Lachen am Nachbartisch den leisen, bedächtigen John Lanchester. Im Hintergrund lärmten die Musikbox und ab und zu eine Polizeisirene vom Revier ein paar Meter weiter.

Sitzen Sie gerade an der Vorbereitung eines Artikels zu Griechenland?

Nein. Dazu ist erst einmal alles gesagt. Wenn sich politische Veränderungen ergeben sollten, dann lohnt es sich wieder, einen Blick auf Griechenland zu werfen. Ökonomisch ist das Thema über Monate von allen Seiten beleuchtet worden. Dazu fällt mir nichts Neues ein. In einem Monat kann das natürlich wieder anders sein.

Stört es Sie, dass wir Journalisten Ihnen, einem…

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12.09.2015