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Politik

„Die SPD trägt Verantwortung für alles, was nicht funktioniert“

CDU-Chef Frank Henkel kritisiert das Klima in der großen Koalition. Dennoch hofft er auf eine Neuauflage des Bündnisses - möglichst unter seiner Führung. Eine Kooperation mit der AfD schließt er aus

BERLINER ZEITUNG / MARKUS WÄCHTER
von
Thomas Rogalla
und
Thorkit Treichel
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Politik

Die Wochen bis zur Wahl am 18. September dürften zu den spannendsten in der politischen Karriere von CDU-Chef und Innensenator Frank Henkel werden. Alles scheint möglich: Die CDU scheitert desaströs und Henkel muss zurücktreten. Oder sie wird stärkste Kraft unter den geschwächten Volksparteien und kann den Regierenden Bürgermeister stellen. Henkel muss kämpfen - für seine Partei und auch für sich.

Herr Henkel, Sie wollen Regierender Bürgermeister werden. Was würden Sie denn anders machen als Michael Müller?

Wir haben mit unserem Wahlprogramm den Berlinern ein konkretes Angebot unterbreitet, für das ich bis zum 18. September werbe. Meine Vision von der Stadt: Ich möchte in einer Stadt leben, in der Bildung einen hohen Stellenwert genießt, es keine rechtsfreien Räume gibt und der öffentliche Dienst leistungsfähig ist. Ich möchte in einer Stadt leben, die wirtschaftlich wächst, in der sich Menschen mit ihren Talenten einbringen können. Und ich möchte in einer Stadt leben, in der es für Normalverdiener bezahlbare Wohnungen gibt.

Das hätte Herr Müller auch sagen können.

Der Unterschied ist, dass die SPD seit 15 Jahren den Regierenden Bürgermeister stellt. Sie trägt damit Verantwortung für alles, was in dieser Stadt nicht funktioniert. Deswegen täte ein Wechsel dieser Stadt nach so langer Zeit gut.

Aber Sie waren in den letzten fünf Jahren an der Regierung beteiligt…

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01.09.2016