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Kultur

Die Sonnenseite vor Augen

Vor siebzig Jahren wurde in Berlin der Aufbau-Verlag gegründet, er war einer der wichtigsten Verlage der DDR und konnte sich nach der Wende behaupten

BERLINER ZEITUNG / PAULUS PONIZAK
von
Cornelia Geißler
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Kultur

Als der Aufbau Verlag seinen letzten runden Geburtstag feierte, stand sein Haus noch nicht, da war sogar unklar, wem er gehört. Vielleicht auch deshalb sagt Matthias Koch, mit siebzig stecke der Verlag gewissermaßen in seiner Pubertät. Er selbst ist zwei Jahre älter. "Ich hoffe, dass ich diese Phase überwunden habe". Ein Jungverleger ist er dennoch, auch wenn er lieber als Eigentümer des Verlags und Geschäftsführer des Aufbau Hauses angesprochen werden möchte. "Verleger bedeutet im klassischen Sinne, dass man ein Programm macht, die Kontakte zu den Autoren pflegt, die operative Arbeit macht. Das bin ich nicht." 2008 hat er Aufbau gekauft, quasi nebenbei. Er war auf der Suche nach einem Grundstück für ein Kreativhaus. Einen Verlag wünschte er sich schon für seine Mischung aus Kultur und Dienstleistern, einen kleinen eigentlich. Doch da bot der Insolvenzverwalter Aufbau an.

Jetzt gibt der Verlag sogar dem ganzen neuen Haus am Moritzplatz den Namen. Wo er ihn in zehn Jahren sehe? So zurückhaltend Matthias Koch wirken mag, wenn man ihm in größerer Runde begegnet, er ist zielstrebig: "Er sollte als unabhängiger Verlag bestehen und relevante Bücher produzieren, sonst hat er keine Existenzberechtigung. Ich hoffe, dass er dann einer der führenden Verlage der Berliner Republik ist."

Das wäre mal ein schönes Etikett. Noch hängt dem Verlag meist das Kürzel DDR an, er war ja neben Volk und Welt der wichtigste Literaturverlag des Ländchens. Gegründet wurde er kurz…

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15.08.2015