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Die rätselhaften Riesen

Über die Biologie von Giraffen ist erstaunlich wenig bekannt. Dabei bräuchte man dringend mehr Informationen, um die Tiere besser schützen zu können

Volodymyr Burdiak / shutterstock.com
von
Kerstin Viering
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Vielleicht hat ja alles beim Fußball angefangen. Als die Giraffe noch eine normale Figur hatte, soll sie auf einen Baum geklettert sein, um einen in der Krone gelandeten Ball herunterzuholen. Dabei stürzte sie ab, verfing sich mit dem Kopf in einer Astgabel - und ihr Hals dehnte sich auf seine heutigen Dimensionen. In Afrika kursieren viele solcher Geschichten über die am höchsten gewachsenen Bewohner der Savanne. Mal soll ihnen ein Unfall zu ihrem langen Hals verholfen haben, mal eine göttliche Belohnung oder der Zaubertrank eines Hexendoktors. Klar wird jedenfalls immer, dass es sich um eine äußerst praktische Errungenschaft handelt. Und zwar nicht nur, weil man damit Blätter aus den Baumkronen fressen kann. Wer sonst hat einen so guten Überblick über alles, was ringsum vor sich geht? Kein Wunder, dass Giraffen im ägyptischen Volksglauben vor Raubtieren und Unwettern warnten.

Noch 90 000 Tiere

Wie die Giraffe wirklich zu ihrem langen Hals kam, erklärten jüngst Wissenschaftler aus Tansania in einer Studie. Dieser zufolge trennten sich vor etwa 11,5 Millionen Jahren die Entwicklungswege von Giraffen und Okapis. Die Giraffe bildete sich als eigene Art heraus, die gut an die Steppe angepasst ist. Die Forscher fanden 70 Gene, die gegenüber dem Okapi - auch Waldgiraffe genannt - verändert sind. Interessanterweise haben Giraffen trotz ihres langen Halses nicht mehr Halswirbel als andere Säugetiere, nämlich sieben. Aber eine veränderte…

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21.06.2016