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Gesellschaft

Die Queen der Sternendeuter

Astrologie erlebt in den USA einen Boom. Susan Miller hat daran großen Anteil. Eine Begegnung in New York

Olexiy Bayev / shutterstock.com
von
Sebastian Moll
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Gesellschaft

NEW YORK. Susan Miller und der Portier im Carlyle sind alte Bekannte, Millers Auftritt hier, im Foyer des altehrwürdigen Hotels auf der Upper East Side Manhattans, ist ein fest eingespieltes Ritual. "Der selbe Tisch wie immer, Frau Miller?", sagt der ältere schwarze Mann, der einen weißen Frack und weiße Handschuhe trägt. "Aber ja, Charles", erwidert die zierliche Frau, deren Alter schwer zu schätzen ist. Dann lässt sie sich in einer Ecke des dunklen Caféraums auf bestickten Sitzkissen nieder und bestellt ihren Nachmittagstee.

Miller lebt schon ihr ganzes Leben lang auf der Upper East Side, dem Biotop der oberen Zehntausend New Yorks, seit vor 150 Jahren die ersten Villen an der Fifth Avenue gebaut wurden. Sie liebt die etwas angestaubte Eleganz hier im Carlyle, wo John F. Kennedy eine Suite für seine New-York-Aufenthalte gemietet hatte, wo Truman Capote regelmäßig lunchte, und in dessen Bar Woody Allen bis heute mit seiner Dixie Combo Klarinette spielt. "Wenn ich Milliardärin wäre, dann würde ich alle meine Freunde hier unterbringen", sagt Susan Miller.

Die Teenachmittage im Carlyle sind eines der wenigen Vergnügen, die Miller sich gönnt. Bis zu 18 Stunden am Tag sitzt sie an ihrem Computer und schreibt, nicht selten bis in die Morgenstunden. "Ich wundere mich dann, warum auf einmal die Sonne aufgeht."

Die Energie, die Miller als einen der wichtigsten Gründe für ihren Erfolg nennt, ist spürbar – obwohl sie kaum 1,60 groß ist, sicher nicht…

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22.08.2015