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Wirtschaft

Die Pharmaindustrie trickst nicht

Verbands-Vertreterin Birgit Fischer über hohe Preise für Medikamente, teure Smartphones und Antibiotika für den Notfall

BERLINER ZEITUNG / PAULUS PONIZAK
von
Timot Szent-Ivanyi
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Wirtschaft

Dass Birgit Fischer lange Politikerin war, merkt man sofort. Sie beherrscht die Kunst des Small Talks, geht auf ihre Gesprächspartner ein und ist geübt im Argumentieren und im Umgang mit Vorwürfen. Im Interview ist die oberste Pharmalobbyistin konzentriert und wählt ihre Worte sehr sorgfältig. Um ihre Ausführungen zu untermauern, springt sie mehrfach auf und holt von ihrem Schreibtisch große Schautafeln, die sie mit Elan erklärt.

Frau Fischer, Sie als Vertreterin der Pharmaindustrie und ich als Journalist haben eine eher unrühmliche Gemeinsamkeit. Sie wissen, was ich meine?

Unrühmlich? Da fällt mir ehrlich gesagt auf die Schnelle nichts ein.

Dann helfe ich: Unser Ansehen in der Bevölkerung ist nicht allzu hoch. Wie erklären Sie sich, dass dem von Ihnen vertretenen Wirtschaftszweig, der ja nachweislich lebensrettende Produkte herstellt, dennoch mit sehr großen Vorbehalten begegnet wird?

Es geht bei uns um ein hochsensibles Thema, um die Gesundheit. Das ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Es geht um Krankheiten, ums Sterben. Auf der anderen Seite steht eine Industrie, von der viele nur sehr wenig wissen. Und was die Menschen vor allem irritiert, ist die Tatsache, dass diese Industrie mit all den sensiblen Themen auch noch Geld verdient. Diese Mischung sorgt für Vorbehalte.

Die Pharmafirmen tragen aber auch kräftig selbst dazu bei. Ich erinnere an…

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31.10.2015