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Die neuen Giganten der Meere

Quallen gehören zu den ältesten Lebewesen der Meere. Sie sind hirnlos und haben weder Augen noch Rückgrat. Während Fische unter der Erwärmung der Ozeane leiden, gedeihen die Quallen prächtig, weil sie nicht viel Sauerstoff brauchen. Sie werden immer größer, und manche Arten sind sogar unsterblich

Ethan Daniels/shutterstock.com
von
Armin Wertz
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Schon seit zwei Tagen sind sie auf See, haben östlichen Kurs gehalten und waren bis nach Halmahera gefahren - ohne Fang. Doch heute scheinen die drei Fischer in ihrem kleinen Boot in der indonesischen Molukkensee endlich Glück zu haben. Das Netz ist so schwer, dass sie alle mit anfassen müssen, um es einzuholen. Aber dann, als sie es mühevoll über die Bordwand zerren, halten sie erschrocken inne. "Ein Ungeheuer", stammelt Hartono. Die Last, die ihnen so sehr zu schaffen macht, sind nicht die wenigen Makrelen, die sich im Netz verfangen haben, es ist ein blass-rötliches Ungetüm von Qualle.

"Das wiegt mindestens 100 Pfund", schätzt Hartono. Joko erhöht auf 200 Pfund. Ratlos starren sie auf ihren Fang. Der Körper umfasst sicherlich zwei Meter und die langen Tentakel suchen schlangengleich einen Ausgang aus den Maschen des Netzes. Kleinere Quallen finden sie schon seit Langem in großen Mengen in ihren Netzen. Sie ersetzen inzwischen die immer schmaler werdenden Einnahmen aus dem Verkauf von Fischen. Vor allem chinesische, aber auch japanische Restaurants sind gute Abnehmer. Ein solches Ungetüm ist ihnen allerdings noch nie ins Netz gegangen.

"Nicht anfassen", warnt Hartono. "Wir lassen das Biest ins Meer zurück." Zwar bedauern die anderen, damit auch die Fische im Netz aufgeben zu müssen. Vielleicht lasse sich ja sogar diese Qualle an ein Restaurant verkaufen, debattieren sie noch kurz. Doch ihre Furcht vor den Tentakeln, die - wie sie wissen -…

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28.02.2015