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Die Gesundheitswächter

Vor 125 Jahren wurde das Robert-Koch-Institut für den Schutz vor Infektionen gegründet. Heute sind seine Aufgaben noch umfassender

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von
Anne Brüning
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Die weißen Overalls, die wie für eine Weltraumexpedition aussehen, baumeln schlaff von der Decke. Andreas Kurth kann derzeit ohne Vollschutzanzug sein Labor betreten, denn es ist noch nicht in Betrieb. Durch eine Schleuse geht es in den Raum, in dem künftig die gefährlichsten Erreger der Welt in Zellkulturen vermehrt werden. In den Ohren drückt es plötzlich unangenehm. "Im Labor herrscht Unterdruck, damit bei einer eventuellen Undichtigkeit keine Luft ausströmen kann", erklärt der Forscher.

Andreas Kurth leitet das neue Hochsicherheitslabor am Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Die Räume haben die höchste Schutzstufe (S4) und ermöglichen den sicheren Umgang mit gefürchteten Erregern wie Ebola- und Lassaviren. Anfang 2015 wurde das S4-Labor, das sich in einem großen Neubau an der Seestraße in Wedding befindet, eingeweiht. Seither läuft die technische Testphase. "Das dauert so lange, weil alles perfekt funktionieren und abgestimmt sein muss", sagt Kurth. Fehler dürfen im Umgang mit derart tödlichen Viren nicht passieren.

Der Aufwand für das S4-Labor ist immens: Es hat eine eigene Luft-, Strom- und Wasserversorgung, die besonders gegen technische Ausfälle gesichert ist. Zu- und Abluft werden über ein mehrstufiges Filtersystem keimfrei gemacht, Abfälle und Abwässer durch Hitze und chemische Mittel inaktiviert. Das Labor lässt sich nur über Schleusen betreten. Noch dürfen auch Arbeiter und Besucher in die Räume. Doch wenn dort, nach Abschluss der…

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01.07.2016