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Gesellschaft

Die ewige Frage nach dem Leibniz-Keks

Es gibt keinen Geist ohne einen Körper. Das gilt auch für Gott. Der Berliner Kirchenhistoriker Christoph Markschies nimmt seine Leser mit in die überraschend bunte Welt unterschiedlichster Gotteskörper

BERLINER ZEITUNG / MARKUS WÄCHTER
von
Arno Widmann
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Gesellschaft

Der evangelische Theologe Christoph Markschies, geboren 1962 in Berlin-Zehlendorf, ist Professor für Ältere Kirchengeschichte (Patristik) an der Berliner Humboldt-Universität. Er war deren Präsident und ist seit 2011 Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Im C.H. Beck-Verlag ist gerade sein Buch "Gottes Körper - jüdische, christliche und pagane Gottesvorstellungen in der Antike" erschienen (900 Seiten, 48 Euro). Darüber befragte ich ihn in seinem Büro.

Was bedeutet der Name Markschies?

Ich weiß es nicht. Der Name kommt aus Ostpreußen, genauer aus Preußisch-Litauen, erst im 18. Jahrhundert zu Preußen dazugekommen, nordöstlich der Linie Insterburg-Gumbinnen. Litauische Dörfchen mit Leuten, die litauische Namen hatten. Namen mit hinten der Silbe "Schies" gibt es dort jede Menge. Die werden eigentlich auch - daran erkennt man die alten Ostpreußen - auf der letzten Silbe betont.

Spielt diese Herkunft eine Rolle für Sie?

Gelegentlich fahre ich hin. Es ist eine wildromantische Landschaft. Schon mein Vater ist ja dort nicht mehr aufgewachsen. Aber er hat manchmal noch bei Verwandten dort die Sommerferien verbracht. Später wollte er nie wieder hin. Aber für mich spielt die Königsberger Variante des Protestantismus, der die Aufklärung als ein wesentliches Element der Theologie empfindet, eine wichtige Rolle.

Gibt es eine Königsberger…

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24.12.2016